Duisburg nur mittelmässig smart – Bundes-SPD mit Wahldilemma

Jaja die schöne neue Welt. So digital, so smart und doch so blöd, vor allem wenn man als Verantwortlicher nicht wirklich weiß was abgeht.

Bleiben wir erstmal lokal. Da hat just der Deutsche Ober-Master-Digitalverband Bitkom den Duisburger SmartCity-Machern im Vergleich zu anderen Städten im Land nur eine „3-4“ als Gesamtnote gegeben, womit „wir“ bundesweit im Ranking-Mittelfeld liegen. Aber das Ganze hat ja noch Potential nach oben, in Richtung Leuchtturm (LOL).

https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/smart-city-index-duisburg-ist-mittelpraechtig-digital_aid-46516093

Auffallend nur, bei all dem zugebenermassen sinnentleerten Rating, denn es wurden Wolkenkuckkucks-Ideen und halbgare Umsetzungen bewertet, dass just da, wo es wirklich interessant ist Duisburg komplett versagt (Zitat): In Duisburg gibt es weder eine Plattform für Bürgerbeteiligungen, noch eine, die die Handelsunternehmen in der Stadt miteinander verbindet. 

Wobei Letzteres wirklich vernachlässigbar ist, da fraglich ist warum überhaupt die Handelsunternehmen und auch nur diese miteinander smart verbunden sein müssen. Gemeint ist damit wahrscheinlich eine Shopping-Plattform, gemäß dem üblichen Musterverlangen deutscher City-Marketer: „Die Cities und ihre Händler müssen Amazon was entgegenhhalten und die ganze City ist ein Shop.“ Blablabla, wer glaubt ernsthaft dass es den Jungs und Mädels von den innerstädtischen Handelsfronten inkl. Heimat-Shoppen der IHK auch nur im Ansatz möglich sein sollte sich derart zu positionieren und genug UserInnen ranzuholen die auch noch bestellen? Statt sich also auf ihre Stärken zu verlassen und diese auszubauen, lassen sie sich lieber digital aufs Maul hauen. In Wuppertal wurden dafür sogar über 300.000 EURO  Fördergelder sinnlos verplempert. https://atalanda.com/wuppertal

https://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/online-city-wuppertal-haendler-und-dienstleister-uebernehmen-projekt_aid-39305735

Nach fünf Jahren machen 60 Händler mit, wow! Bitte googeln Sie ein wenig selbst und vertrauen Sie nicht den schönen Versprechungen. Das hier klingt schon weniger euphorisch:

https://www.wz.de/nrw/wuppertal/online-city-ist-in-der-harten-realitaet-angekommen_aid-39548085

Vorgestern hatte ich zB nach Duisburgs Localee-App gefragt(UPPS, da gibt es doch was Smartes für den Handel liebe Bitkom-Bewerter!) und der Initiator DuisburgKontor war bis jetzt nicht in der Lage mir für diese Shop-App mal Downloadzahlen zu liefern. Wahrscheinlich sind die nach zwei Jahren so grottenschlecht wie auch die anderen kläglichen Versuche in anderen Städten mit lokalen Shop-Portalen zu punkten. Q.E.D.

Und nun vom lokalen zum bundesweiten Geschehen.

Gestern berichtete ich über die Anstrengungen die Gremienarbeit in Duisburg künftig papierlos zu gestalten. Dazu hatte ich auch Sicherheitsbedenken angemeldet. Und da in Duisburg die gute alte SPD zum grössten Teil das Sagen hat, sollte man in puncto Sicherheit mal einen Blick auf das Treiben der SPD-Bundespartei werfen. Grund, es gibt doch diese sagenumwoben-ominöse Abstimmung unter allen MitgliederInnen über den Parteivorsitz und da will die Bundesparteispitze eine ziemlich umstrittene Wahlsoftware einsetzen, von der t3n und auch der CCC nichts Gutes zu berichten wissen:

https://t3n.de/news/spd-online-wahl-sofort-abbrechen-1208147/

Tja und ich wage nun mal die Schlußfrage, dass wenn die so eine Software benutzen für ihre Bundespartei, welche benutzen sie dann ev. bei Ratsabstimmungen in Duisburg?

Ich hatte ja gestern bereits die Kardinals-Frage nach der Softwarequalität gestellt. Heute fühle ich mich darin nochmals bestätigt.

Deshalb hier schon mal der vorformulierte Brief von besorgten GenossenInnen aus dem Rat, wobei ich annehme, dass sie selbst den ganzen „Wahnsinn“ gar nicht kapieren, sondern brav bei allem und jedem die Ärmchen heben:

Lieber Martin (gemeint ist Dez.  Murrack)!

Ich bin besorgt wegen der künftigen digitalen Geräte im Rat. Es sollen uns ja iPads zur Verfügung gestellt werden, was ich ausserordentlich begrüße, aber was passiert rein rechtlich, wenn ich in der Rats-Pause mein Pils aus Versehen drüber schütte? Und macht das Gerät u.U. automatisiert Fotos von mir die dann in die Rathaus-Cloud hochgeladen werden, die aber mein Mann/meine Frau niemals sehen darf?

Glückauf Dein/e Genosse/in …   

Apropos, liebe Ratsleute, wenn Ihr die coolen iPads habt, dann Vorsicht beim Aufruf von diversen Seiten. Und schaltet die Keylogger aus! Und denkt daran: Am besten sind Passwörter auf die keiner kommt, so wie: Papa1960.

 

2 Antworten auf „Duisburg nur mittelmässig smart – Bundes-SPD mit Wahldilemma“

  1. Baerler Busch – erneutes Totalversagen des Regionalverband Ruhr (RVR)

    https://www.wp.de/staedte/duisburg/rvr-weist-kahlschlag-vorwurf-im-baerler-busch-zurueck-id227374039.html

    Regionalplan. Erstmals soll es nach den Vorstellungen des Revierparlaments wegen des erneuten Versagens von RVR-Planungschef Martin Tönnes (GRÜNE) Konsequenzen haben: Martin Tönnes (GRÜNE) wird am Jahresende abgewählt.

    https://www.ruhrbarone.de/rvr-gruene-lassen-chefplaner-toennes-fallen-und-fordern-personelle-konsequenzen-bei-union-und-spd/173383

    Beim Baerler Busch lässt Redaktionschef Mike Michel Rheinische Post Duisburg die Bürger im Dunkeln.
    https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/baerler-busch-in-duisburg-rvr-verteidigt-sich_aid-46519883

    Damit steht der Duisburger RP-Michel wie seine Vorgängerin Hildegard Chudobba im Verdacht, durch journalistische „identity policy“ in den Bereich der Problematik der Presse-Partei-Partnerschaft (PPPP) zu rücken.
    vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Identitätspolitik

    Der Duisburger RP-Michel spiegelt sich im Image von Duisburg.

  2. SPD vor 2.400 Jahren: Sirene Parthenope & Diotimos / Fackelzüge im Ruhrgebiet

    Die Odyssee erzählt, dass Odysseus mit seinem Schiff während der Irrfahrt auf der Suche nach seiner Heimat Ithaka an der Insel der Sirenen vorbeikam. Dass er durch den für alle Vorbeifahrenden gleichermaßen betörenden wie todbringenden Gesang keinen Schaden nahm, erreichte er, indem er seinen Matrosen die Ohren mit Wachs verstopfte und sich selbst an den Mast fesseln ließ. Die Argonauten segelten ebenfalls heil an der Insel der Sirenen vorbei, weil Orpheus ihren Gesang mit der Leier übertönte. Die Sirenen sollen dann durch einen Sprung ins Meer Selbstmord verübt haben, entweder weil sie Odysseus oder weil sie Orpheus nicht zu sich hatten locken können.

    Nach ihrem Sprung ins Meer wurde Parthenope in der Nähe von Neapel tot angeschwemmt und an diesem Ort bestattet. An ihrem Grabmal wurde ihr Kult mit jährlichen Spenden und Stieropfern begangen. Außerdem veranstalteten die Einwohner Neapels ihr zu Ehren einen jährlichen, vom athenischen Nauarchen Diotimos um 433 v. Chr. auf einen Orakelspruch hin eingeführten Fackelzug.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Parthenope_(Mythologie)