Etwas verspätet aber immerhin möchte ich einen Rundumschlag der WAZ gegen OB Sören Link kommentieren.
Die Überschrift deutet bereits an wie mir der Beitrag von Redakteur Philipp Wahl gefällt.
https://www.waz.de/lokales/duisburg/article411108002/schon-wieder-eine-affaere-bei-einer-duisburger-stadttochter-das-ist-kein-zufall.html
Ich finde allerdings auch, mit Verlaub, dass ich meine bereits jahrelangen Deutungen der Vorgänge und Skandale, angelehnt an die aktuellsten Geschehnisse bei der DVV, wiedererkenne.
So betitelt Wahl seinen Beitrag wie folgt:
Schon wieder eine Affäre bei einer Duisburger Stadttochter – das ist kein Zufall
Um dann im Verlauf seines Textes einige markante Personen aufzulisten die alle in Duisburger Skandale verwickelt waren.
Ex-Sparkassen-Chef Hans-Werner Tomalak, Reinhold Spaniel von der SPD und Roselyne Rogg (ehemals Werkstatt für Menschen mit Behinderung – wfbm), Ex-DUISPORT-Chef Erich Staake und nun die beiden ehemaligen DVV-Geschäftsführer Marcus Wittig und Axel Prasch.
Anmerkung meinerseits: Nicht zu vergessen Bernd Wortmeyer, ehemals GF der Gebag.
Hochdotierte Führungskräfte die laut Wahl (sinngemäß) mit Geld und Verantwortung fahrlässig, verantwortungslos oder eigensinnig umgingen. Und er konstatiert, dass dies alles kein Zufall sei, denn (Zitat):
„Duisburg setzt auf ein ausuferndes System städtischer Unternehmen, die unprofessionell kontrolliert werden.“
Das fällt dem Zeitungsmann aber besonders früh auf.
Angesichts regelrechter Panik sollte bei der DVV mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl Beweismaterial vernichten werden, weshalb Wahl die Frage stellt welche unmoralischen oder strafrechtlichen Ausmaße sollten wohl verborgen bleiben um dann von „Regelrechtem Sumpf“ und der „Spitze des Eisbergs“ zu schreiben.
Dann rechnet er besonders mit Marcus Wittig, seit 2019 auch Aufsichtsratschef beim MSV, ab. Angeblich wurde er in Kommunalpolitik und Verwaltung als Zahlenmensch geschätzt, doch soll ihm der Erfolg oder auch nur die (ab)gehobene Stellung, inklusive des inoffiziellen Titels „Best Payed Manager Of Duisburg“ wohl zu Kopfe gestiegen sein. Dem Aufsichtsrat schlug er 2015 für sich selbst eine fette Gehaltserhöhung vor, angeblich weil er vorher Leute entlassen hatte um Geld einzusparen.
Tja und dann wird Wahl richtig ernst, denn er hat wohl erkannt, dass die jeweiligen Kontrollgremien jahrelang alles abnickten.
Um dann noch zu konstatieren, dass, falls irgendwas schief läuft die Stadt mit teilweise Millionen EURO einspringt – zuletzt bei der Gebag – ich berichtete bereits mehrfach.
Tja und wenn Miese gemacht werden ist das nie ein Grund für Vergütungssenkungen beim Führungspersonal, sondern eher einer um genau jenen Leute eher noch mehr zu zahlen. Wahrscheinlich damit sie die Fresse halten, angesichts unfassbarer Auswüchs, so jedenfalls meine Annahme.
Dann mündet Wahl in die Feststellung, dass die Politiker unkritisch, die Aufsichtsratmitglieder ungeeignet und die vielen Verflechtungen problematisch seien.
In bezug auf die seiner Meinung nach fehlende Eignung von Aufsichtsratsmitgliedern bezweifelt er, dass die vielen Aufsichtsratsmitglieder über die laut Gemeindeordnung zur Wahrnehmung des Vertretungsamtes sowie die zur Beurteilung und Überwachung der Geschäfte erforderliche betriebswirtschaftliche Erfahrung und Sachkunde zu verfügen.
Ach was!
Krisitiert wird auch der Effekt, dass vor allem die SPD etliche Parteimitglieder in städtischen Unternehmen untergebracht hat.
Wahl nennt u.a. zwei Beispiele, und zwar a) den EX-SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oliver Hallscheidt der zu Octeo in die Chefetage wechselte und b) Katja Kleegräfe die zur DVV wechselte.
Wahl schreibt (Zitat): „Das wirft zwangsläufig Fragen nach den Auswahlkriterien auf und provoziert Klüngel-Vorwürfe.“
So was aber auch.
Auch das hätte man längst in der WAZ „diskutieren“ können. Warum macht man es nicht? UPPS, ein Medienkollege (mit dem Vornamen Ingo) von der NRZ wechselte wohin, yeap, in die PR-Chefetage just der DVV. So was aber auch.
Tja, und das alles wird dann auch noch gepaart mit persönlichen Beziehungen wie z.B. zwischen Frau Kleegräfe und dem Pressemann aus einem anderen städtischen Beteiligungsunternehmen.
Ich hatte 2023 etwas zu Frau Kleegräfe und Herrn Hallscheidt so formuliert:
https://www.viewww.de/123/duistop-forum/2023/12/09/ich-moechte-auch-spd-geschaeftsfuehrerin-in-duisburg-werden/
Und nun komme ich zu dem was mich am meisten wundert, zumindest weil es von der WAZ kommt, denn Wahl bringt Link und Vunic ins Spiel. Link stehe im Fokus, aktuell in der Sache DVV, weil er der AR-Vorsitzende sei.
Und Vunic doch sicher auch, vor allem weil er aus dem Rathausumfeld von Link zur DVV wechselte und nun den Laden , nach dem finalen Abgang von Wittig und Prasch, schmeissen soll – ich berichtete bereits gestern.
Wahl über Link und Vunic (Zitat): „Die Chef-Aufklärer müssen auch ihre eigene Vertrauenswürdigkeit beweisen: Oberbürgermeister Link […] und sein Vertrauter Vunic […]: Haben sie von den mutmaßlich jahrelangen Unregelmäßigkeiten nichts mitbekommen? Warum führt erst ein anonymer Hinweis 2025 an Martin Murrack dazu, dass eine interne Untersuchung angestoßen wird? Was haben sie in den sechs Wochen […] unternommen?“
Tja, alles Fragen die ich bereits vor Tagen aufwarf.
Und da Wahl auch den Fall Spaniel/Rogg (wfbm) erwähnte, hier noch jene ominöse Quittung vom „Kleinen Prinzen“, einem ehemaligen Geschäftsbereich der ehemaligen wfbm.

Nun Herr Wahl, Butter bei die Fische, konfrontieren Sie OB Link doch mal mit dem Vorgang und fragen Sie ihn wass es damit konkret auf sich hat(te).
Ich verstehe die handschriftliche Anmerkung so:
Das damalige Ehepaar Link (Links erste heirat) hat möglicherweise die Rechnung gar nicht beglichen, sondern sie wurde als Marketing-Ausgabe des „Kleinen Prinzen“ deklariert. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Link hat auf meine zig Anfragen dazu nie reagiert, noch dezidiert geantwortet.
Die Sache wfbm ist sowieso eine ziemlich merkwürdige. Denn im Herbst 2017 bekamen wohl zwei Medien, genauer gesagt ein Medium, nämlich correctiv, sowie ich als Freier Redakteur von xtranews, einige Quittungen und Hinweise. Ich bekam sie damals anonym. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich nicht zeitgleich von dem was Correctiv bekam und daraus machte.
Dann bemerkte ich, dass correctiv darüber berichtet hatte und ich hatte u.a. wegen dieser Sache Probleme mit xtranews-Inhaber Thomas Rodenbücher. Kurz darauf verliess ich xtranews und gründete im Frühjahr 2018 DUISTOP.
Wie heute weiß ich noch, dass ich das Ganze offiziell rechtlich prüfen lassen wollte.
Den Fall „wfbm“ nahm ich erst im Mai 2018 wieder auf und ging allen wesentlich Beteiligten in Sachen wfbm dann so richtig auf den Sack. Das mündete in den bekannten Skandal, den ich leider nicht medial ausschlachten konnte, da DUISTOP damals viel zu unbekannt war und sich die WAZ nun voll und ganz der Sache widmete.
Der Rest ist Geschichte. Die Fragen die nun bleiben sind diese: Warum griff die WAZ eigentlich den wfbm-Fall nicht spätestens dann auf als correctiv ihn 2017 veröffentlichte, sondern quasi erst dann als er 2018 nicht mehr zu übersehen war? Oder aber: Hatte die WAZ damals sowohl Quittungen als auch Infos ebenfalls längst erhalten? Die Frage müsste man eigentlich auch der RP stellen. Und vielleicht auch dem WDR.
Tja Herr Wahl, it’s your turn now. Come on, do it!
Zum Schluss nochmals dies:
Dieser von mir kommentierte WAZ-Kommentar ist sicherlich ein bedeutendes Zeichen wie es um Link bestellt ist. Der Mann ist massiv angezählt.
Und Wahls Vermutung in Sachen Spitze des Eisbergs hatte ich selbst schon geäussert. Stellen wir uns das Prozedere wie einen langen Boxkampf vor mit etlichen Wirkungstreffern, bis dann der endgültige Knock Down kommt.
Interessant ist für mich auch die neueste Reaktion der Bezirksregierung auf meine aktuelle Presseanfrage zum MSV bzw. zur MSV-Profi-Firma in bezug auf Millionen-Zuwendungen bzw. -Fördergelder, u.a. bewilligt durch Bezirksregierung und Stadt Duisburg. Bei der MSV Duisburg GmbH & Co KG a.A ist Ex-DVV-Chef Wittig auch involviert – sinnigerweise als Aufsichtsratschef – noch.
https://www.waz.de/sport/msv-duisburg/article411109831/marcus-wittig-gefeuert-so-reagiert-der-msv-duisburg.html
Und wer veranstaltete die MSV-Geldgeberrunden? OB Sören Link. Meine erste Beschwerde Ende 2024 an die Bezirksregierung bzgl. seiner Rolle, die ich noch immer als Verstoss gegen das Neutralitätsgebot sehe, wurde ein Jahr später (!!!) sozusagen als nichtig abgewiesen.
U.a. mit dem Hinweis auf den Umstand, dass Link ja im Wahlausschuss des MSV e.V. sitze – übrigens ein kurioser Fall von „Das schreiben wir einfach mal in die Satzung rein.“. Ich berichtete bereits mehrfach.
In dieser Woche dann erhielt ich aufgrund meiner zweiten Beschwerde die Mitteilung man sei gar nicht für die Prüfung der Neutralität des OB zuständig.
In den nächsten Tagen berichte ich über diesen Vorgang. Es bleibt also weiter spannend.