Besser kann man einen Neuanfang nicht vergeigen.

Hatte die DBI nicht zur Vermarktung für die Innenstadtleerstände extra einen Immo-Profi angeheuert? Ist der nicht auch gleichzeitig der Kubikk-Vermarkter, der vom ehemaligen C&A-Gebäude wieder neuen Schwung für die Altstadt ausgehen lassen wollte? U.a mit der Neueröffnung von MyWellness am letzten Samstag.

Und jetzt hat die städtische Bauaufsicht mal eben den Betrieb untersagt, das gesamte Gebäude geschlossen, da angeblich die entsprechenden Bauanträge nicht abschließend genehmigt wurden und die Unterlagen noch Mängel aufweisen sollen. Auch vom Brandschutz ist die Rede, wer hätte das gedacht.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/my-wellness-in-duisburg-dicht-das-sind-die-gruende-id234376553.html

Ey, ganz ehrlich, ProfisProfisProfis wohin man schaut, doch irgendwie will hier nix richtig klappen. Mich wird bestimmt jemand anrufen und fragen ob ich ev. eine Woodoo-Puppe in der Form von Duisburg im Keller habe auf die ich in den Nachtstunden einprügel. Nee, habe ich nicht. Brauche ich auch nicht, die Profis bringen sich schon selbst zu Fall.

Es kann natürlich sein, dass man sich auf bestimmte Dinge wie Augenzudrücken verlassen hatte als man eröffnete oder einfach fehlende Stempel ignorierte, doch das Ganze ist, egal warum, symptomatisch für die Stadt. Oder besser symptomatisch für die Leute die hier das Sagen haben bzw. die Ansagen machen.

Fazit:

Ein Festtag für Anwälte und Anwältinnen.

 

 

Als ich diesen Text las habe ich geweint

Wer zum Teufel* glaubt diese zum Himmel stinkende Verbal-Scheisse? Geweint habe ich natürlich vor lauter Lachen, das konnte erst nach 10 Minuten und mittels kaltem Wasser gestoppt werden.

Lese ich den Text nochmals kriege ich vllt. Eiterpickel.

Worum geht es? Nun, SPD-MdB Mahmut Özdemir war „anner Schippe“ und hat sich unters arbeitende Volk gemischt. Es geht dabei eigentlich um einen für die Politik ganz normalen und nachvollziehbaren Vorgang, man lernt durch zeitweise Mitarbeit den Arbeitsalltag von anderen Menschen kennen.

Problematisch wird es nur dann wenn das genutzt wird um mit wohlfeilen Worthülsen nur so um sich zu werfen und eigentlich Eigen-PR für sich selbst daraus zu machen.

So heisst es in dem Text zum Schluß (Zitat):

„Die Politik muss auf die Menschen zu gehen. Um den Bezug zur Realität zu wahren, gehört das Handeln in der Realität selbstverständlich mit dazu. Die Probleme der Menschen zu lösen, bestimmt die Tagesordnung im Parlament, nicht die Tagesordnung des Parlaments, das Leben der Menschen.“

Verdammt, jetzt kommt auch noch der Kotzreiz. Sorry, ich muß mal kurz.

So, ich bin wieder da. Wer einem wie Özdemir diesen Schwachsinn inkl. der Politbibelsprüche abnimmt ist ECHT selbst schuld.

Und hier der Text in Gänze:

https://spd-duisburg.de/mahmut-oezdemir-anner-schippe-in-rumeln/

Was noch fehlt ist ein stilsicheres Foto  im Blaumann, mit Farbe im Gesicht und mit Lackschutzmaske in der Hand. War Özdemir also wirklich dort und wie lange? Hat er vllt. nur einen Kaffee getrunken und ist dann nach einer halben Stunde zum Duschen und Fönen wieder abgerauscht?

 

*Ursprünglich stand hier „Himmel“. Den Spruch „Wer zum Himmel“ hatte mir meine erzkatholische Oma vor Urzeiten eingebläut, da ich „Wer zum Teufel“ nicht sagen durfte, wenn sie anwesend war. 

 

 

Ja lebt denn der alte Holzhafen noch?

Eigentlich sollte im Innenhafen – heute Am Alten Holzhafen genannt (früher Eurogate, The Curve) – längst ein Riesenklotz mit Büros, Hotelzimmern und Wohnungen stehen, aber unsere fähigsten Leute haben  ihr Bestes gegeben und lieber 13 Millionen EURO vollversemmelt.

Insofern ist es kein Wunder, dass der Klotz eben nicht steht und nicht leuchtet.

Alles bekannt und fast schon wieder vergessen, weshalb ich daran immer wieder gern erinnere, zumal gerade Meister Tum, zuletzt bei der EG DU, die es nicht mehr gibt, ankündigte, etwas ganz dolles Tolles für Duisburg in petto zu haben, da er nun als Freier … äh freier Bauberater unterwegs sei.

Er hat doch wohl nicht dieses Objekt gemeint?

Das müsste eigentlich seit dem 14.12.2021, wenn es nach Obervermarkter Martin Linne ginge, längst Bestandteil eines weiterfortschreitenden Planungsprozesses sein, da sich bis zu diesem Datum mindestens ein Wagemutiger gefunden haben müsste der die Fläche noch anpackt.

https://duisburg-holzhafen.de/

Gross hat Linne die Neuausschreibung angekündigt, doch anscheinend ist das Ganze ein Rohrkrepierer, nachwievor kein Mucks von wegen „Investor gefunden, Leuchtturm wird gebaut oder oder oder“.

Klar, dass Linne trommeln muß, aber auch bezeichnend wie kleinlaut er und die Stadtspitze werden wenn ich mich mal nach dem Stand der Dinge erkundige.

Tja und wie gut, dass man sich mit WAZ und Co. anscheinend so gut versteht, dass die das Loser-Thema noch nicht wieder aufgegriffen haben. Vielleicht wissen die aber auch mehr.

Es wäre ja schon ein Erfolg wenn jemand dort eine Fritten-Bude eröffnet oder wenigstens einen Holzkohle-Verleih.

 

 

Strompreis-Ärgernis mit den Stadtwerken

Nicht nur mit den Duisburger Stadtwerken wird sich gerade so manche/r rumärgern, ähnliches gilt wohl auch in anderen Städten.

Wer nämlich eine Kündigung seines bisherigen Versorgers erhielt, weil der sich z.B. verkalkuliert hatte,  landet unverhofft sofort im Neukunden-Grundtarif des jeweils örtlichen Stromversorgers. Dies ist gesetzlich so geregelt, damit die Stromlieferung durchgehend gewährleistet ist.

Man könnte dies jedoch als schamloses Ausnutzen einer Notsituation bezeichnen, da die Stadtwerke deshalb einen Extra-Neukundengrundtarif entwickelt haben, der „natürlich“ wesentlich teurer ist.

So viel zur Auszeichnung TOP-Lokalversorger und sonstigem Quatsch.

Dagegen klagt inzwischen auch die Verbraucherzentrale NRW, das Thema hatte ich bereits in den letzten Wochen aufgegriffen. Weshalb ich auch auf der DUISTOP-Homepage unbedingt empfehle den Strom- und Gaspreis deutschlandweit zu vergleichen.

Die WAZ hat dies aktuell bzgl. der Neukunden- und der Bestandskundentarife getan, und allein für die Stadtwerke Duisburg kam bei einem zugrunde gelegten Verbrauch von 3.000 kWh im Jahr einen enorme Differenz zusammen.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/strom-grundtarife-im-vergleich-duisburg-und-nachbarstaedte-id234370413.html

In Duisburg werden sogar zwei Neukunden-Tarife angeboten:

https://www.waz.de/staedte/duisburg/stadtwerke-duisburg-zwei-strom-tarifoptionen-fuer-neukunden-id234370381.html

Den Vogel schiessen jedoch die Stadtwerke Wuppertal ab. Während in Duisburg der Preisunterschied pro kWh 23 Cent beträgt, sind es in Wuppertal 52 Cent.

Keinen Unterschied machen dagegen die Düsseldorfer Stadtwerke, bei ihnen sind die Konditionen für Neu- und Bestandskunden identisch und generell gar nicht so schlecht. Aber bitte immer auf das Kleingedruckte achten!

Fazit:

Stadtwerke aber auch Sparkassen, denen so viele Menschen noch immer vertrauen weil sie  angeblich  lokal verankert sind und immer für das Wohl der Menschen vor Ort da waren, sind nichts anderes als ganz normale Anbieter im ganz normalen Wettbewerb.

Noch ein Tipp: Keine Tarife wählen bei denen Rabatte dann gewährt werden wenn man für mehrere Monate, ein Jahr oder mehr vorauszahlt. Geht der Anbieter pleite, dann womöglich das Geld futsch. Und man landet u.U. in einem der oben genannten teuren Grundtarife.

Und bitte immer bei mehreren Vergleichsportalen vergleichen. check24, toptarif und verivox sind zwar die bekanntesten Portale, aber nicht unbedingt die mit den allerbesten Vergleichen. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/vergleichsportale-preissuchmaschinen-richtig-nutzen-39545

 

 

Man muß andere auch loben können – OB Link ist es leider wieder nicht – ganz im Gegenteil

Ist es nur ein weiterer Ausdruck mangelnden Stils unserer Stadtspitze, wenn sie sich beharrlich weigert, bestimmte Strassennamen zu ändern, weil sich die Einstellungen zu den Namensgebern inzwischen komplett geändert haben? So kümmerte man sich wohl um die Aberkennungen von Ehrenbürgerschaften von ehemaligen Nazis und die Änderung von Strassennamen die nach Nazis benannt wurden.

Doch während Deutschland inzwischen den Völkermord in Kolonien wie z.B. Namibia offiziell anerkennt und endlich Entschädigungen zahlt, ist der Stadt Duisburg die Strassennamensumbenennung in puncto Kolonialherrschaft egal.

So kommentiert Monique de Cleur in einem aktuellen WAZ-Kommentar das sture Verhalten von Link & Co.

Angeblich sei es für die Anwohnenden zu teuer die Namen zu ändern, was de Cleur damit kontert, dass ja die Stadt aus Anstand die Kosten übernehmen könnte. Schließlich habe OB Link anläßlich der Strassennamensvergaben im Neubaugebiet am alten Angerbach folgendes gesagt (Zitat): Die Benennung von Straßen ist mehr als eine schlichte Namensgebung. Sie ist Ausdruck der Anerkennung und Wertschätzung.

Womit der OB also praktisch anerkennt welche Wertschätzung er Kolonialherren weiterhin entgegenbringt, wenn er sich nicht um die Namensänderungen von Strassen zum Beispiel im Afrikaviertel in Buchholz bemüht.

Ich meine, es ist doch auch sonst ziemlich Geld übrig für viele unnötige Dinge bzw. Fehlverhalten und Versagen, nur für Wichtiges und um Stil und Anstand zu zeigen hat man keins übrig.

Mein Lob gilt also dem WAZ-Kommentar bzw. der Kommentatorin, hier im Original nachzulesen:

https://www.waz.de/staedte/duisburg/sued/duisburg-nenn-deine-voelkermord-verherrlichenden-strassen-um-id234369901.html

 

 

Da isse ja endlich wieder – rechtzeitig zum Wahlkrampf läuft sich Sarah P. schon mal warm

Zum Warmwerden und um mal zwischendurch wieder ein Lebenszeichen von sich zu geben – letztens machte „The Brain“ Börner von sich reden – und um zu rechtfertigen warum wir denn im Mai unbedingt die attraktive SPD-Sarah-Philipp wieder wählen sollen, hat sie sich zu Wort gemeldet.

Zur Zeit hat es ihr der Kies angetan und sie meint die Landesregierung sollte doch den billigen Kies nicht deshalb zur Förderung freigeben weil die Kiesindustrie die Umsatzförderung braucht.

https://spd-duisburg.de/spd-fuer-einen-nrw-rohstoffplan-kiesabbau-schrittweise-zurueckfuehren/

Den folgenden Satz muß man sich als Duisburger SPD-Genossin erstmal trauen (Zitat):

„Die schwarz-gelbe Landesregierung stellt die Interessen der Kiesindustrie vor die der Kommunen und der Menschen hier.“

Ersetzen wir doch mal schwarz-gelb durch rot-schwarz, Landesregierung durch Stadtspitze und Kiesindustrie durch Logistik:

„Die rot-schwarze Stadtspitze stellt die Interessen der Logistik vor die der Kommune und der Menschen hier.“

FCK. Bin ich gut.

 

 

MSV-Stadion geht endgültig an die Stadt über – mehr als 10 Millionen EURO Kosten stehen bereits in Aussicht

Wie schön, dass sich die „privaten“ Gesellschafter wie z.B. Schauinsland von ihren Anteilen an der MSV-Stadionprojektgesellschaft trennen, in dem Falle von über 27 Prozent, und das für jeweils einen läppischen EURO, damit in Bälde die Stadt, also wir alle, alleinige Eigentümerin des Stadions werden kann.

Ich berichtete bereits mehrfach mit deutlichem Würgereiz und hatte dabei etliche Eimer bereitstehen. Heute übrigens auch.

Ist ja für die bisherigen Gesellschafter zuletzt blöd gelaufen, allein für 2020/2021 sollen rund zwei Millionen EURO Zuschuss fällig sein.

Alles u.a. aufgrund von Corona aber auch dem schlechten Tabellenstand in der dritten Liga geschuldet, und wer dort spielt kriegt eben auch viel weniger TV-Gelder, wobei die aber an einen der Hauptsponsoren abgedrückt werden müssen. Künftig will man als Alleinvermieterin an mehr Eventveranstalter vermieten, auch Teilflächen, damit man vom MSV-Spielgeschehen unabhängiger wird. Ich kann mir schon vorstellen wer diese Eventveranstalter sein werden, wahrscheinlich städtische Beteiligungsunternehmen, die bereits ebenfalls als Sponsoren fungieren.

Am Ende vermieten wir das Ding einfach nur noch an uns selbst, wie bei einem Umsatzkarussell.  Mindestens alle drei Monate wird uns dann presseseitig (ausser meinerseits) weiterhin regelmässig eingetrichtert wie wichtig doch das Stadion und der Fußball als Aushängeschilder für Duisburg sind. Mumpitz.

Tja so ist das in Duisburg, wenn es mal nicht läuft müssen wir alle herhalten, obwohl wir alle gar keine Fußballfans sind. Wobei die Stadt, also wir, bereits über 50 Prozent an der MSV-Spielstätte besaßen, so sehr viel ändert sich eigentlich nicht.

Und, tja so ist das in Dusiburg, gleichzeitig wird uns auch nochmals angekündigt wie marode das Stadiondach nachwievor ist und wieviel die Sanierung kosten wird. Es bleibt bei über 10 Millionen EURO wobei mit mehr zu rechnen ist, weil ja Bauleistungen und -materialien bekanntlich nicht gerade billiger geworden sind.

Eine Sanierung soll es also werden, wobei ich persönlich immer noch davon ausgehe die Einschätzung könnte sich auch noch ändern. Warten wir ab welche Schadensmeldungen demnächst auftauchen, wenn das Ding erstmal ganz uns gehört und kein Gutachter mehr bereit ist es freizugeben bzw. dieser vllt. sanft dazu gedrängt wird es nicht mehr freizugeben.

Ich gebe mal  auf die Schnelle drei Stichpunkte weshalb auch ein Neubau in Frage kommen könnte:

mangelhafter Brandschutz (in Duisburg äusserst beliebt)

fehlende Eventmöglichkeiten

keine gendergerechten Toilettenanlagen

Aus diesem Grunde empfehle ich mal einen Blick in das Stadionbau-Handbuch der UEFA – geiler Stoff auf 160 Seiten – und einen Blick auf Seite 96 wegen weiterer Neubau-Anregungen:

https://de.uefa.com/MultimediaFiles/Download/uefaorg/Stadium&Security/02/11/78/27/2117827_DOWNLOAD.pdf

https://www.waz.de/staedte/duisburg/msv-stadion-so-wird-uebergabe-an-die-stadt-duisburg-geplant-id234336829.html

https://www.waz.de/staedte/duisburg/msv-duisburg-marodes-stadiondach-was-jetzt-notwendig-ist-id234335333.html

 

Liebe MSV-Fans: Lasst Euch doch weiter vom Vorstand verarschen!!!

Aus der WAZ und NRZ kann man derzeit erfahren was der MSV, immer noch ein Drittliga-Kellerkind, von seinen Fans hält.

So werden von den erlaubten 750 Karten für die Heimspiele (Pandemie-bedingt) nur 150 für die Fans reserviert und 600 für die Sponsoren. Laut Zeitungskommentar wird dies so begründet (Zitat-Auszug): „Die Prozedur spiegelt allerdings die Realität im Profi-Fußball. Der Verein lebt – finanziell gesehen – von den Sponsoren. Das System basiert darauf, die Geldgeber zu hofieren, …“

https://www.waz.de/sport/lokalsport/duisburg/der-msv-duisburg-setzt-bei-ticketvergabe-das-falsche-zeichen-id234328811.html

Zwar wird in dem Kommentar gefordert, dass es eigentlich ganz anders laufen müsste, also 600 Karten für Fans, doch es wird nicht darauf hingewiesen was dafür der tatsächliche Grund sein sollte.

Denn wenn die MSV-Vereinsoberen doch so deutlich auf ihre Sponsoren angewiesen sind und sie hofieren müssen, dann sollen diese Sponsoren doch bitteschön auch die Kosten für alles übernehmen was denn den Spielbetrieb überhaupt aufrecht erhält. Ich darf daran erinnern, dass mit Millionen-Steuergeld u.a. das Stadion in Betrieb gehalten wird.

Zwar sind auch die Sponsoren Steuerzahlende aber sicher nicht in der Mehrheit.

Mich interessiert ganz besonders ob OB Link in den Heimspielen zugegen sein wird.

 

 

Warbruckshof: Eine Stadt verschleudert ihr Erbe

von Katrin Susanne Gems

Duisburg gilt nicht als attraktive Stadt, aber dieses Image kommt nicht von ungefähr. Hier werden seit Jahrzehnten Chancen verspielt. Die einstige „Stadt Montan“ verleugnet ihr Erbe und betreibt kurzsichtigen Stadtumbau, verschleudert das Charakteristische zugunsten immer wieder scheiternder „Leuchtturmprojekte“ und mal mehr, mal weniger windiger Investoren. Hatte Anfang der 90er Jahre die „IBA Emscherpark“ Hoffnung gemacht, dass die Geschichte der Stadt an Rhein und Ruhr stolz präsentiert würde, sogar Touristen anziehen könnte und die Natur nach den langen Jahrzehnten eine Chance bekommen könnte, kann man heute nur konstatieren, dass das Gegenteil eingetreten ist.

In Ruhrort verschwand die historische Bebauung des Werfthafens, des ältesten Teils des Hafens in Nacht und Nebel gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung. Es gibt sogar Pläne, das Bodendenkmal zuzuschütten. Der ehemalige Hafenchef verkündete, der Duisburger Hafen sei ein Wirtschaftshafen und Tourismus störe da nur. Folgerichtig ließ er auf der nun „Mercatorinsel“ genannten Vinckeinsel direkt gegenüber des historischen Hafenstadtteils eine Halle bauen und plante noch eine weitere. Der den Bürgern versprochene Park schrumpfte auf eine Alibi-Ecke, die wohl nicht gewinnbringender zu verscheuern war. Dort ließ der Hafenchef, der gerne dicke Zigarren raucht und dicker Kumpel des Gazprom-Angestellten Gerhard Schroeder ist, unter Ausschluss der Bevölkerung die Skulptur des dritten Zigarrenrauchers im Bunde aufstellen.

Beim Verkauf des Eisenbahnhafens, der im Zuge der IBA Museumshafen werden sollte, wurde wahrscheinlich auch Sekt geschlürft, ob Zigarren geraucht wurden, ist nicht überliefert. Lieber, als dem meistbesuchten Museum Duisburgs einen Hafen zu gönnen – dem Binnenschifffahrtsmuseum, dem man schon einen Zugang für die Hafenrundfahrten gebaut hatte – wollte man hier „Ruhrort Waterfront“ errichten, eine Art zweiten Innenhafen, also Büros, „hochwertigen Wohnraum“ und ein bißchen Gewerbe. Es wurde nichts. Der Investor ging pleite, der Hafen ist vor zwei oder drei Jahren wohl wieder verkauft worden. An wen, das hält die Stadt geheim. Der Hafen indes gammelt vor sich hin, der eigentlich attraktive Hafenstadtteil kämpft.

In Walsum wurde die Zeche abgerissen. Dazu auch die schöne, zur Zeche gehörende Siedlung, in deren ehemals grünen Gärten sich jetzt die Getränkekisten der Firma Hövelmann stapeln. 2010 traf ich dort einen Mann beim Ausräumen seines Hauses. Er weinte. Er hatte vorher schon zweimal aus Häusern ausziehen müssen, die abgerissen wurden. Kein ungewöhnliches Schicksal in Duisburg. Alt-Walsum, direkt am Rhein gelegen und, wie die meisten Duisburger Stadtteile im Duisburger Norden, seit fränkischer Zeit besiedelt, ruht nun unter dem gigantischen Kühlturm eines Riesenkraftwerks.

Der Abriss des halben historischen Stadtteils Bruckhausen ging durch die überregionale Presse, was die Stadt nicht davon abgehalten hat, ihren Plan zu verwirklichen und einen Stadtteil zu vernichten, der in seiner Gesamtheit schon seit 20 Jahren unter Denkmalschutz hätte gestellt werden sollen und unter Historikern als einmalig im Ruhrgebiet galt. Aber Thyssen-Krupp gab Geld für die Geschichtsvernichtung und da gab es kein Halten. Menschen, die sich mühsam ein Haus im am schlechtesten beleumundeten Stadtteil Duisburgs renoviert hatten, verloren ihre Häuser für den berühmten Appel und das Ei. Manche zahlen bis heute an den Krediten für den Hauskauf.

Die immerhin von Max Taut geplante Zinkhüttensiedlung, als Vorzeigeprojekt nach Krieg und Nazizeit zum Beweis besseren Willens von Thyssen geplant, wollte die Stadt gerne als Baugrund für den Parkplatz eines „Outletcenters“ entmieten und abreissen lassen. Mit den alten Herrschaften, die dort bleiben wollten hatte man kein Pardon, aber auch nicht gerechnet. Denn sie wehrten sich heftig. Das Projekt scheiterte und hätte die Stadt Millionen an Schadensersatz gekostet, hätte nicht ein Mitglied der Bürgerinitiative gegen den Abriss den Verkauf der Siedlung an einen bekannnten Architekten und Outletgegner vermittelt. Müßig zu erwähnen, dass diese Unterstützung der Stadt keinerlei Dank wert war.

Die Liste der Bauskandale ließe sich beliebig erweitern, als Stichworte seien hier nur Küppersmühle, Landesarchiv, The Curve (heute: Am Alten Holzhafen), die unendlich beplante „Duisburger Freiheit“ (Wer denkt sich solche Namen aus? Inzwischen Duisburger Dünen) auf dem Gelände am Bahnhof auf dem die Loveparade zur Katastrophe wurde. Gebäude werden abgerissen, weil unbedingt neue gebaut werden müssen, die dann aber keine Mieter finden, siehe neue Bibliothek, in der jetzt auch die Volkshochschule untergebracht ist, oder gegenüber, die „Königsgalerie“, mit schön viel plakativem Gold, für den die Galerie von Gerkan Marg und Partner verschlimmbessert wurde. Irgendwer wird schon daran verdient haben.

In Duisburg gibt es noch sechs Wind- und zwei Wassermühlen, in ganz Deutschland noch etwa 400. Ist Duisburg für seine Mühlen bekannt? Natürlich nicht. Die meisten gammeln vor sich hin. Und auch andere Gebäude der vorindustriellen Epoche gibt es noch. Die meisten völlig unbeachtet.

So auch der Warbruckshof.

Die erste urkundliche Erwähnung des Warbruckshof in Marxloh findet man in einer Urkunde aus dem Jahr 1139. Noch heute erkennt auch der unbedarfte Betrachter eine komplette Hofanlage. August Thyssen hatte den uralten Hof als Werkscasino für den benachbarten Schacht 2/5 gekauft, so blieb er erhalten. Die Thyssens kauften gerne Herrensitze und repräsentative Gebäude um sie für solche Zwecke zu nutzen, so auch den Oberhof in Beeck von 1665, den Fritz Thyssen einige Zeit bewohnt hat. Mit dem Hauptgebäude des Warbruckhofs hat er einiges gemein: Balkendecke, alter Ofen, ein historisches Holztreppenhaus. Von wann die heute noch stehenden Gebäude des Marxloher Hofes stammen, ist nicht bekannt, er steht auch nicht etwa unter Denkmalschutz. Dabei ist er ein Kristallisationspunkt Marxloher, Hamborner und damit Duisburger Geschichte. Einst Sitz der Holtener Burgmannenfamilie Hagen van Darle zu Werlbruck. Werlbruck oder Werlebruck ist ein alter Name des Warbruckshofs. Dieses Geschlecht hatte in der näheren Umgebung von Holten das Verfügungsrecht über Güter in Laar, Stockum, Alsum, Aldenrade und Walsum-Overbruch.

In einer geschichtsbewussten Stadt wäre dieses Gebäude ein Schmuckstück, ein Museum. Die meisten Herrenhäuser haben die Zeiten nicht unverändert überstanden, sie sind immer und immer wieder überformt worden und trotzdem oder gerade deswegen Denkmäler. Vor etwa 20 Jahren ist der Warbruckshof als Firmensitz der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) unsensibel saniert worden, die Fassaden wirken zugepappt, die Öffentlichkeit hatte keine Zugang zum Gebäude. Schlimm genug, aber nun kommt es schlimmer, denn obwohl der Bezirksvertretung vorgegaukelt worden ist, nur ein jüngeres Gebäude aus den 1970er Jahren müsste für eine Autobahnabfahrt weichen, soll nun der ganze Hof für ein Minigewerbegebiet neben einem größeren, das auf dem Gelände von Schacht 2/5 entsteht, abgerissen werden. Auf den Protest eines Bezirksvertreters traute sich ein Mitarbeiter der Verwaltung sogar zu behaupten, dass Gebäude sei baufällig, auch das ist schon eine traurige Tradition in dieser Stadt. Nur nebenbei: Die GfB ist erst vor wenigen Wochen ausgezogen, die Gebäude sind bis 2017 regelmäßig aufwendig renoviert und gepflegt worden.

Duisburg hat in den 70er Jahren seine Altstadt und auch die Ruhrorter Altstadt abgerissen. Seit dem hat das Verschwinden historischer Bausubstanz nicht aufgehört, seit einigen Jahren hat es wieder regelrecht Konjunktur. Geschichte und alte Bausubstanz sind aber keine Sahnehäubchen: Sie prägen die Identität einer Stadt. Was für eine Stadt könnte Duisburg sein, wenn sie von ihrer Verwaltung geliebt und nicht für wenig Geld verscheuert würde? Mit einem Hafen an zwei prägenden Flüssen, mit spannender Geschichte, die man am Stadtbild ablesen kann. Der Warbruckshof steht seit Jahrhunderten in der Aldenrader Heide, in der es Hügelgräber en masse gab, in der die Sage vom Königsgrab im Kiebitzberg spielt, in der Zechen wuchsen und wieder verschwanden. Würden wir diese Geschichte achten und erzählen, wären wir reicher. Stattdessen täuscht und trickst die Stadt und verscherbelt Haus und Hof. Und die Bürger verlieren das Vertrauen in die Demokratie. Wen wundert das?

Gerade Marxloh, vielfach als der Problemstadtteil betitelt, braucht solche herausragenden Beispiele einer grossen und bedeutenden Geschichte.

Wer sorgt also dafür das Marxloh seinen Ruf hat?

Abschliessend  noch ein paar aktuelle Bilder in welcher Art und Weise die Stadt bzw. die von ihr beauftragten Abrissunternehmen auf dem Warbruckshofgelände vorgehen. Auch im Umgang mit der Natur bleibt nicht viel übrig von den wohlfeilen Versprechen sich vorsorglich und mit Bedacht zu kümmern. So werden die Bäume dort nicht anständig gefällt, sondern irgendwie einfach über den Haufen gefahren. Inwieweit ihr Erhalt geprüft wurde ist nicht bekannt. Man darf aber davon ausgegehen, die Mühe machte man sich bei der Stadt eher nicht.

Als die Aufnahmen erfolgten stand der alte Hof noch. Zu sehen sind später zugebaute Gebäude.

 

© Katrin Susanne Gems 2022

 

© Katrin Susanne Gems 2022

 

© Katrin Susanne Gems 2022

 

© Katrin Susanne Gems 2022

 

© Katrin Susanne Gems 2022

 

 

Zwei SPD-Witz-Kandidaten für die NRW-Wahl bringen sich in Stellung

Mit Frank „The Brain*“ Börner und seinem Parteikollegen Benedikt Falszewski bringen sich gerade zwei SPD-Kandidaten für die NRW-Wahl in Stellung. Und zwar diesmal mit dem Thema Schule (Börner trommelt u.a. ja auch immer noch für die A59-Tunnellösung.), genauer gesagt mit dem Unterrichtsausfall. So soll inzwischen jede siebte Stunde ausfallen und dass vor allem an den Grund-, Haupt- und Realschulen, aber weniger an den Gymnasien.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/schulen-in-duisburg-spd-nennt-unterrichtsausfall-massiv-id234286381.html

https://spd-duisburg.de/massiver-unterrichtsausfall-an-schulen-in-duisburg-unterrichtsgarantie-der-landesregierung-gescheitert-bildungspolitik-braucht-einen-neustart/

Deshalb fordern sie nun werbewirksam und rechtzeitig vor der Wahl u.a. die bessere Bezahlung von Lehrkräften besonders an den „unterprivilegierten“ Schulformen.

Wenn man sich die Geschichte der Bildung in puncto Schule in NRW anguckt, so war das Ganze schon unter Hannelore Kraft ein Thema, als sie wegen genau der selben Sache von Laschet jahrelang unter Beschuss genommen wurde.

https://rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/spd-kritisiert-unterrichtsausfall-in-krefeld-und-toenisvorst_aid-65137613

Wir merken also, ein Problem mit dem auch die beiden SPD-ler nur wieder wahlwerblich punkten wollen, ändern dürfte sich indes auch dann nichts wenn die SPD in NRW wieder dran käme.

Auf www.frankboerner.de kann jeder der will gerne mal gucken was Börner persönlich (!!! keine SPD-Pressemeldung !!!) in Sachen Schule im Laufe der Legislatur seit 2017 abgesondert hat. Wenn da was sein sollte war es so winzig und unbedeutend, dass ich es übersehen habe oder er hat es nachträglich eingefügt.

Fazit:

Zu meinem vollständigen Glück fehlt eigentlich nur noch eine ähnlich dumme Wahlwerbeäusserung der Dritten im SPD-Bunde, Sarah Philipp. Aber ich bin sicher das kommt noch. Spätestens einen Monat vor der Wahl, so um den 1. April herum, läuft sie zur Höchstform auf.

Dann werden wieder Schutzhelme aufgesetzt, Bienen gefüttert und andere Nettigkeiten vollbracht die manch Oma und Opa erfreuen. Ist sie dann wiedergewählt passsiert rein gar nichts, bis kurz vor der nächsten Wahl, falls ein SPD-Scout sie nicht für höhere Weihen entdeckt oder sie sich entsprechend unauffällig einschleimt oder anbiedert. Das ist ja auch anderen gelungen, erst kürzlich stieg eine ins Olymp des Bundestags auf.

 

*Warum heisst mein Börner eigentlich „The Brain“? Eingefleischte LeserInnen wissen das, allen anderen gebe ich kurz Starthilfe. Die folgende Mail mein Gehirn betreffend schickte er mir angesichts meiner Hinweise auf das merkwürdige Corona-Verhalten einiger Genossen zu, um dann später selbst ohne Maske und ohne Abstand auf PR-Fotos aufzutauchen: