Papierlos oder auch hirnlos?

Smart soll Duisburg werden und dazu werden alle möglichen Massnahmen und Ideen in die Waagschale geworfen, egal ob sinnvoll oder nicht.

Gestern wurde stolz verkündet, dass die DVV intelligente Strassenbeleuchtung testen will.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/smart-city-duisburg-will-intelligente-strassenlaternen-testen_aid-46458939

Klingt lustig. Und der mega-miese ÖPNV … ?

Besonders witzig-bis-unwitzig wird es aber beim Vorhaben „Umstieg auf die digitale Gremienarbeit“ sprich papierloses Arbeiten der Ratsleute, BezirksvertreterInnen, AusschussmitgliederInnen und BezirksmanagerInnen.

https://sessionnet.krz.de/duisburg/bi/getfile.asp?id=1628461&type=do

„Bring your own device“ heisst es an einer Stelle in der obigen Beschlußvorlage (s. Link), am Ende wird es aber ein teurer Spaß.

Denn anfangs sollen alle noch ihre eigenen Endgeräte benutzen, dann gibt’s leckere ipads und Apple-Pencils und das für rund 400.000 EURO. Dazu werden, wenn ich es richtig lese und deute, Finanzmittel aus der „Deichrückverlegung Mündelheim“ kommen.

Ausserdem verstehe ich nicht warum man unbedingt ipads braucht und wenn schon, dann gibts die bestimmt günstiger.

Frage: Und dürfen die dann auch privat verwendet werden? Und wie stehts mit der Sicherheit?

Dr. Ulrich Scharfenort hat auf seinem Blog dazu auch noch einige Anmerkungen und Fragen formuliert:

1.691,35 EUR kostet es pro Gerät für die Ratsleute und die in den Bezirksvertretungen sitzenden iPads zu beschaffen. Veröffentlicht wurde dies mit Drucksache 19/0646.

Dies soll Papier einsparen, was ja zu begrüßen wäre, allerdings frage ich mich, ob da wirklich alle mitgenommen werden. Und natürlich wie das mit dem Datenschutz aussieht.

Mit mal gespannt wie viele kaputtgehen, weil damit gebadet wurde.

Wer bezahlt eigentlich die laufenden Kosten?

Wobei sich auch die Frage stellt, warum es gerade iPads sein müssen. Es gibt ja auch genug andere Produkte.

Wie das geregelt werden soll, wenn das iPad geklaut wird, wäre auch nicht uninteressant. Schließlich müssten dann entweder die Ratsleute haften oder die Stadt. Ob da nicht jemand auf die Idee kommt das iPad als geklaut zu melden?

Im Original hier nachzulesen: https://ulrics.blog/2019/10/14/duisburg-ratsleute-bekommen-ipad-smartcity-datenschutz/

 

Dass nun endlich Schluß sein soll mit so viel Papier ist natürlich begrüssenswert, aber geht es nicht ein wenig praktischer?

Etliche Ratsleute arbeiten doch schon mit digitalen eigenen Geräten, wenn sie sich ins Ratsinfosystem begeben, wo alles in digitaler Form gespeichert ist bzw. sein sollte. Wozu brauchen die neue Geräte die der Steuerzahler bezahlt? Alle die keine solchen Geräte benutzen, egal warum, dürften an diesen Abstimmungen über SmartCity, papierlos etc. gar nicht teilnehmen, denn sie sind ja nicht mal in der Lage das Ausmaß schon in geringstem Maße leibhaftig zu erfassen. Oder sie müssten alle unisono dagegen sein.

Dass man sie von anderen Themen nicht ausschließen darf ist klar, aber wer digital und smart will, was ja nun beschlossen zu sein scheint, muss eben auch selbst was dafür tun.

Was mich viel mehr interessiert würde ist eine Darstellung der Fähigkeiten des Ratsinfo-Systems. Auf die Hardware ist geschissen, aber was kann die Software? Dazu erfahren wir nichts.

So wie es derzeit für BürgerInnen funktioniert ist es jedenfalls totaler Scheiss. Vielleicht ist es aber auch genauso gewollt.

Eine Antwort auf „Papierlos oder auch hirnlos?“

  1. DS 19-0044 zeigt, dass die Stadtverwaltung Duisburg wie etwa OB 13 noch nicht einmal einfachste Zivilisationstechniken beim Umgang mit Papier beherrscht. Image Duisburg, aber saubere Fingernägel haben sie schon (als Hinweis für den Unternehmerverband Duisburg).