Diskussion zum Image Duisburgs? Und wieder Zeit verschwendet.

Nachdem vor wenigen Wochen DuisburgKontor samt OB zur öffentlichen Info zum Stadtimage und der möglichen künftigen Massnahmen geladen hatten, dabei langweilige Videos und noch langweiligere Vorträge einer Podiumsdiskussion mich vertrieben hatten, dachte ich heute Abend im Tectrum könnte es besser werden. Zum selben Thema hatte der hiesige Marketing-Club eingeladen und ich war pünktlich um 19 Uhr da. Es ist jetzt 21.15 Uhr und seit 20.15 Uhr bin ich da auch schon wieder raus. Wenn sie nicht zwischenzeitlich gestorben sind, dann labern sie immer noch.

Fast nach demselben Muster, erst ein langweiliger Vortrag eines Prof. Dr. Dr. von der FOM zum Thema Image inkl. Schau-Bildchen, dann Podiumsdiskussion zwischen dem Boss von Krankikom, dem Boss von InterConti Hotels, dem Boss von DuisburgKontor und dem Duisburger Wirtschaftsdez.

Zwischendurch Werbe-Filmchen über Duisburg, so lieblich wie Fußschweiß.

Als Letzterer von Leuchtürmen anfing kam das erste Mal der Würgereiz über mich, als dann im Laufe der ersten Runde zum Thema Wirtschaft fast unisono von Versäumnissen der Vergangenheit geredet wurde, aber das ja nun alles besser wird, wurde der Kotzreiz doch zu gross.

Moderator Mais hatte zwar angekündigt, dass auch die rund 30(!) anwesenden GästeInnen zu Wort kommen sollen, doch ich denke, dass wird jetzt gerade erst der Fall sein und solange wollte ich nicht warten.

Es lohnt nicht in Duisburg zu solchen Veranstaltungen hinzugehen, es üben sich nur Selbstbeweihräucherer in der Kunst den eigenen Vortrag schön zu finden. Die Bürgerschaft kommt nicht mehr vor und nicht mehr zu Wort.

Es fielen auch noch so Sätze mit Inhalten wie der MSV als Marketing-Instrument, viele Touristen mit Fahrrad und Marketing sei notwendig, aber so richtig in Fahrt kann ein so gestaltetes Format auf dem Niveau eigentlich nicht aufnehmen.

Ich kann mich deshalb des Eindrucks nicht erwehren, man möchte eigentlich gar nicht das jemand (unbequeme) Fragen stellt. OB Link hatte übrigens seine Teilnahme abgesagt, eine weise Entscheidung. Punkt für ihn.

So hätte ich gerne mal gewusst, wer denn Duisburgs Image bisher so vergeigt* hat und wer nun wieviel Geld in die Hand nimmt um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Bei einer ehrlichen Antwort käm dann sicherlich raus, dass es beim Vergeigen genau die waren und sind die nachwievor die erste Geige spielen und solche Leute protegieren die ich heute Abend vorne gesehen habe. Lustig nur, dass die Protegierten ihren Gönnern eigentlich den Spiegel vorhalten, wenn sie ihnen vorwerfen Duisburgs Image in den letzten Jahren vergeigt zu haben.

Aber das scheint scheinbar niemandem sonst aufzufallen.

Es wird einfach drauflos gelabert bis auch der letzte Zuhörer und die letzte Zuhörerin so dermaßen zugelullt ist, dass es völlig egal ist was die da vorne reden, Hauptsache sie tun es bzw. sie tun irgendwas.

Das alles hat weder Hand noch Fuß und ist so beliebig wie ’ne Bratwurst die in Peking platzt.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal die LoPa erwähnen, die scheinbar schon vielen beim Thema Image nicht mehr einfällt. Vor allem aber der bis heute anhaltende Umgang damit. An dem Ereignis und den Vorkommnissen bis heute kann man sehr gut ablesen mit wem und mit welchen Problemen wir alle es zu tun haben. Dasselbe gilt für die vielen Skandale und Leuchttürme die eben nicht leuchten.

*vergeigt im Sinne von: gar kein Image oder ein schlechtes

7 Antworten auf „Diskussion zum Image Duisburgs? Und wieder Zeit verschwendet.“

  1. Vor drei Monaten hatte der Dortmunder OB Ulrich Sierau das Scheitern des Regionalplan Ruhr geahnt. Nun ist die „Blamage erster Güte“ für das Ruhrgebiet und das Image von Duisburg da!

    Alles P_R_O_L_L – Projektion Ruhrgebiet ohne langfristige Lösung.

    – – geschrieben von meinem autonomen Cross-eBike auf einer Tour um Homberg, der Stadt im Grünen und dem Niederrheinischen Fahrrad-Basislager für Demokratie, Freiheit und Lebensqualität.

    RVR: Grüne halten an Martin Tönnes fest | Ruhrbarone
    https://www.ruhrbarone.de/rvr-gruene-halten-an-toennes-fest/174004

  2. Birgit Nellen, Leiterin der Stabstelle Strategisches Marketing der Stadt Duisburg, hatte einst den Leitbild-Prozess in einem sog. Dialog mit den Bürgern organisiert: www. ideen-fuer-duisburg. de.

    Am Ende waren Nellens Mitarbeiter höchstgradig gefrustet. Sie hatten von den Vorschlägen der Bürgerschaft eine fortschrittliche und aufregende Zusammenstellung gemacht, welche die Amtsleitung Birgit Nellen aber massiv zensierte.

    Oberbürgermeister Sören Link meinte damals, dieses Leitbild müsse nun mit Leben gefüllt werden.

    Marode wie Duisburger Brücken sind diese Täuschtürme der hohlen Versprechungen ein Marterpfahl für das Image und die Zukunft von Duisburg. Waren Leuchttürme einst rot-weiß wie eine fidele Karnevalsgesellschaft, droht Duisburg jetzt und ab 2020 rot-schwarz.

  3. Das griechische Wort Arete (altgriechisch ἀρετή aretḗ) aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. (also bei und um Sokrates herum) wird im deutschen Sprachraum zu meist als (moralische) Tugend verstanden. In der englischen Philosophischen Literatur wird zunehmend der Begriff „excellence of any kind“ verwendet (statt virtue) – also „Exzellenz“ bei Mensch, Messer und Pferd / Dinge und Lebewesen und nicht nur der Mensch.

    Was hervorragend ist, darüber entscheidet auch der Ruf – Image von Duisburg genannt. In der Diskussion von damals wurde darüber beraten, wie diese „Exzellenz“ erreicht werden könne und zwar für einen jeden selbst und immer auch zugleich für das Gemeinwesen.
    … mehr → https://www.ruhrbarone.de/ho-ho-ho-in-duisburg-sind-die-menschen-froh/166581#comment-1203727

    An dieser Stelle auch ganz herzlichen Dank an Duistop als wachsamer Stichwortgeber: ….top, also: DuisTop ist eben Exzellenz!

  4. Schade Herr Schulze, dass Sie so ungeduldig waren.
    Gerne hätte ich gewusst, ob diese beiden Kernfragen der Veranstaltung ultimativ beantwortet wurden:

    „Das schlechte Bild der Stadt hat sich nicht nur national durchgesetzt, auch viele Duisburger beurteilen die Stadt relativ negativ. Zu recht?

    Ist Duisburg der Bad Boy der Nation, oder gilt es nur den negativen Ruf der Stadt zu korrigieren?“

    Vielleicht gibt es von der GFW als Veranstalterin ja noch ein abschließendes Protokoll des Abends.

    1. Ungeduld vermischt mit dem Wunsch den Rest-Abend sinnvoller zu verbringen. Veranstalter war der hiesige Marketing Club. Es gibt von demselbem meines Wissens kein Review.

    2. Rolf G. Heinze in „Stadt der Städte. Das Ruhrgebiet, und seine Umbrüche“:
      Seine Empfehlungen für die Zukunft des Ruhrgebiets Urbanität schaffen, Wissensstandorte aufbauen, Kultur fördern und regionale Kooperation verstärken sind alte Rezepte, die sich bislang als durch politisches Handeln wenig beeinflussbar erwiesen haben.

      https://www.ruhrbarone.de/ruhrgebiet-die-visionen-machen-insgesamt-wenig-mut/172503

      Das Image von Duisburg ist wie die Zukunft des Ruhrgebiets. Von Politik und Verwaltung kann man nichts erwarten. Politik und Verwaltung Duisburg sind ein Mühlenstein am Hals der Bürger-, Unternehmer- und Wirtschaft Duisburg, die eher damit beschäftigt sind, irgendwelche Schäden durch die PuVDu zu lindern.