Wollen Sie in sechs Metern Entfernung zu einer CO-Pipeline wohnen, leben, Kinder grossziehen?

Dann ziehen Sie zum Alten Angerbach, hier entstehen nach dem Willen der Stadt(Leuchttürme, Vorzeigeprojekte), dem Willen der Gebag (Baureifmacher) und dem Willen von drei Privat-Investoren demnächst ca. rund 133 Doppel- und Einfamilienhäuser. qm-Preise zw. 400 und 700 EURO sind aufgerufen und 600 Interessenten haben sich angeblich schon gemeldet.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/sued/alter-angerbach-soll-vorzeigeprojekt-fuer-duisburg-werden-id219304765.html

Was in dem obigen Artikel vom 21. Mai nicht erwähnt wird ist ein Artikel vom 16. Mai:

https://www.waz.de/staedte/duisburg/sued/bezirksregierung-fordert-aenderungen-am-alten-angerbach-id217785761.html

Darin fordert die Landesregierung NRW eine Nachbesserung beim Wohnbebauungsabstand zur dort verlaufenden CO-Pipeline von sechs Metern.

Yeap, das müsste ausreichen.

Ich würde aber mal einen Blick werfen auf diesen Artikel der WZ vom 19. August 2008:

https://www.wz.de/specials/nrw/kreis-mettmann/holland-mehr-abstand-zur-pipeline_aid-31504853

Darin heisst es u.a. sinngemäß: Der Unterschied zwischen der deutschen und der niederländischen Pipeline ist das Sicherheitskonzept: … Dormagen / Krefeld in einem Fall bis auf drei Meter an der Garage eines Anlieger-Hauses … und an anderen Stellen nur sechs bis 10 Meter zu Schulen und Kindergärten …, gelten in Holland andere Sicherheitsabstände: in Wohngebieten mindestens 55 Meter, bei  Kindergärten und Schulen mindestens 175 Meter

Und dann würde ich auch noch einen Blick werfen auf diese Seite:

http://www.stopp-co-pipeline.de/

Da heisst es links oben:

Bei einem … Austritt verteilen sich in bis zu 800 Meter ( gibt Bayer selbst zu / Fachleute halten auch bis zu 1.500 Meter für möglich) Entfernung tödliche Konzentrationen dieses Giftgases – nicht wahrnehmbar …

Oder diese Seite:

http://www.contra-pipeline.de/

Auszug, Zitat: „Nach derzeitigem Planungsstand ist damit zu rechnen, dass nach Inbetriebnahme ein erhebliches Gefahrenpotential vorhanden ist, das bei Betrachtung des „Worst-Case-Szenarios“ nicht durch Feuerwehr und Rettungsdienst beherrschbar ist.“ (Aus dem Schreiben von Feuerwehr und Zivilschutzamt der Stadt Duisburg)

Ich korrigiere meinen Zwischensatz von oben: Yeap, das müsste ausreichen. Und alle können gut schlafen, die da nicht wohnen, wenn das Gas durch die Röhre fliesst.

Das mag alles Panikmache sein, Meinung und Ansichtssache. Bis auf die Tatsache das eingeatmetes CO vorher nicht  wahrnehmbar, aber nach wenigen Atemzügen (konzentrationsbedingt) tödlich sein kann.

Ich finde aber die zukünftigen Bewohner sollten das alles vor dem Kauf wissen und bedenken.

Wie im Kohlebergbau empfehle ich daher, wenn CO durch die Pipeline fliesst, die Haltung von kleinen Vögeln, z.B. Wellensittichen.

Zum Schluß dann noch die gute Nachricht. Das neue Wohngebiet liegt angeblich auch in einem Hochwasserrisikogebiet, also nicht in einem Hochwassergebiet.  Dazu hat die Stadt schon erklärt keine Haftung übernehmen zu wollen. Hier würde ich also als Erwerber auf den Kauf-Vertragsinhalt mit dem Privatverkäufer achten.

2 Antworten auf „Wollen Sie in sechs Metern Entfernung zu einer CO-Pipeline wohnen, leben, Kinder grossziehen?“

  1. Was mir immer noch ganz sauer aufstößt, ist dieses extra geschaffene Enteignungsgesetz bei der Causa CO-Pipeline.
    Von wegen „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ aus dem gerade überschwänglich gefeierten 70jährigen Grundgesetz. Hier wird nur noch eine leere Hülle gefeiert, sozusagen eine Mumie der Gegenwart.
    Da kann man schon noch den Blues kriegen, und den bietet mir aktuell Luther Allison auf meinem Plattenteller.

  2. Die Erstickungsgefahr bzw. Giftwirkung wird maßlos übertrieben.

    Je nach Szenario ist eine Explosion die größere Gefahr. Kohlenmonoxid ist ein brennbares Gas und damit in gewissen Konzentration ähnlich explosiv, wie Knallgas. Da fliegt nicht nur der Kanarienvogel in die Luft.

    Interessant dürfte auch sein, wer hinterher für den Schaden aufkommt.