Ist myBus vielleicht ein Ablenkungsmanöver?

Die DVG hat aktuell schon Anträge eingereicht um ihr myBus-Angebot (Kleinbus on demand / auf Abruf) künftig in der ganzen Stadt anzbieten zu können.

https://www.waz.de/staedte/duisburg/bundesweit-einzigartig-mybus-soll-in-ganz-duisburg-fahren-id226441099.html

Wenn man sich aber mal näher damit beschäftigt sieht alles wohl nicht so glänzend aus wie immer behauptet wird und wie es dieser aktuelle Coup ev. deutlich machen soll.

Der VRR hatte Anfang des Jahres die On-Demand-Preise verbindlich angehoben und das Buchungsgeschäft von myBus sei dadurch auch prompt eingebrochen. Fünf myBus-Fahrzeuge sind zur Zeit unterwegs und nehmen nur am Wochenende Fahrgäste auf – ca. 50-100 Fahrten werden dann angeblich absolviert. Wobei zwischen 50 und 100 auch eine große Spannbreite liegt.

Unter betriebswirtchaftlichen Gesichtspunkten, wenn man die Fahrzeugkosten(Anschaffung und Betrieb), Fahrerkosten, etc. und dann die möglichen Einnahmen, die von der DVG auch günstiger(als vom VRR vorgegeben) ausfallen sollen,  mit der Anzahl der Fahrten abgleicht, kommt mir das neue Vorhaben sehr gewagt vor.

Es macht aber PR-technisch Sinn, wenn man die derzeitige underperformende ÖPNV-Situation in der Stadt betrachtet.  Ein nettes Ablenkungsmanöver. Dass man nun ev. auch Taxen in das Konzept miteinbinden will kann ein Friedensangebot an die Taxibranche sein oder aber pure Notwendigkeit weil man den eigenen Fuhrpark nicht vergrössern kann/will/darf.

Da nun auch noch rund 100 Millionen EURO stadtseitig ausgegeben werden müssen weil die U-Bahn-Tunnelsanierung 150 Mio EU kosten soll und das Land nur ein Drittel dafür spendiert, macht es auch nicht einfacher.

Ich kann ja verstehen, dass die DVG(oder ihr Vorstand) Erfolge braucht und gute PR, aber ganz ehrlich, so geht es nicht. Ich verstehe auch, dass jedes Business seine Startschwierigkeiten hat, grosse Summen verschlingen kann  und dass man das Feld ev. auch nicht Moia oder Uber überlassen will, sich aber dann  auch selbst kannibalisiert(Konkurrenz macht), aber wie heisst es so schön: Schuster bleib bei Deinen Leisten! Mit anderen Worten: Bietet doch einfach einen TOP-ÖPNV aus Bussen und Bahnen an, Ende der Durchsage. Dazu ein TOP-Buchungssystem für all die anderen ausserhalb des Hauses und gut is‘.

Wir sehen ja an der Deutschen Bahn wohin die vielen Diversifikationen führen.

Weshalb ich ja wette, dass bald der Vorschlag auf den Tisch kommt die myBus-Sparte auszugliedern in eine eigene Gesellschaft mit Geschäftsführern und Aufsichtsrat. Was tut man nicht alles um bestimmte Leute bei Laune zu halten.

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