(H)ampelmännchen-Antrag der OV Stadtmitte für den UBP – alles möglich bei der SPD

Heute Abend steigt der Unterbezirksparteitag der SPD – kurz UBP. Und der Ortsverein(OV) Duisburg-Stadtmitte, der auf seiner Website nur so sprüht vor Aktualität und „Auf-der-Höhe-der-Zeit-sein“(  http://spd-city.de/  – ganz oben ein Beitrag von 2014 – keine Bange falls die jetzt aktualisieren, ich hab ’nen Screenshot gemacht ) hat  einen gar putzigen Vorschlag gemacht bzw. Antrag gestellt:

Zwölf verschiedene Versionen von Ampelmännchen, -frauchen … äh …  Lichtsignalanlagen-Leuchtkörper-Abdeckungen sollen künftig für die weltoffene und tolerante Stadt Duisburg stehen, leuchten, werben.

Ja meine Fresse, waren denn da nicht noch ein paar weitere Vorschläge drin? Männchen mit E-Roller, Frauchen mit Hund wahlweise mit Kinderwagen, schwules Paar mit Hund, lesbisches Paar mit schwulem Hund, hetero Oma mit kleinwüchsigem Geliebtem, OB mit Transvestit wahlweise Huckepack oder Hand-in-Hand, Studierende mit Äffchen wahlweise Kapuzziner oder Gorilla, … ?

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/spd-duisburg-ampelfrauen-und-pfandringe-an-muelltonnen-parteitagsthemen_aid-41413189

Alle Anträge zum UBP findet man hier:

https://spd-duisburg.de/download/3435/

Natürlich gibt es auch ganz handfest-soziale und weit sinnvollere Anträge.

Zum Beispiel den für Rentenpunkte für Ehrenamtliche. Den für die Abschaffung von Sondernutzungsgebühren für wohltätige Veranstaltungen. Den für besseren Infos über ehemalige Anträge. UPPS? Wie darf ich das denn verstehen? Bisher hat man Anträge scheinbar einfach nicht weiter verfolgt und den Mitgliedern nicht mitgeteilt was jeweils daraus geworden ist? Na, das nenn ich aber mal echt transparent und mitgliederfreundlich, spart ja eine Menge Zeit. Nur komisch, dass das erst jetzt aufgefallen zu sein scheint.

Und dann gibt es noch eine interessante Formulierung zum Antrag auf Pfandringe für Mülleimer ( Beispiel: http://www.pfandring.de/pfandring-2.html ): Da heisst es im Antragstext unter Begründung (Zitat):  In einem der reichsten Länder der Welt dürfen wir uns niemals damit zufriedengeben, dass überhaupt Menschen darauf angewiesen sind, Pfandflaschen zu sammeln. Bis unser System bereit ist, selbst den Schwächsten der Gesellschaft …

Was heisst denn bitteschön „… .Bis unser System bereit ist, …“? Ich denke Ihr seid Teil des Systems und schreibt deshalb mal bitte „Bis WIR bereit sind, …“! Und überhaupt, welches System?

In einem weiteren Antrag kann man gut erkennen wieso manche Leute aufs Pfandsammeln angewiesen sind: Da plädiert IHR von der SPD doch tatsächlich für einen abgabefreien Nebenverdienst für Hartz-VI-ler in Höhe von 150 EU statt wie bisher 100 EU monatlich. 50 EU sind aber jetzt wirklich mal ein echtes Pfund, wow. Da habt Ihr Euch aber selbst übertroffen, da können die Pfandringe ja bald wieder abgebaut werden.

Lustig wirds dann noch bei einem Antrag zur Wirtschaftsdemokratie, keine Ahnung was das bedeuten soll, wird jedenfalls ziemlich krude erklärt. Das Lustigste ist die Forderung danach die Beschäftigten eines Unternehmens müssten künftig auch am Gewinn beteiligt werden.

Da frag ich mal ganz blöd: Und wie steht’s mit dem Verlust? Kommt bei SPDlern nicht vor, oder wie?

Was auch nicht vorkommt sind wirklich wichtige Anträge, ausser vllt. der mit den 40%-Dachflächen gen Sonne. Da darf man kein Flachdach mehr bauen.

2 Antworten auf „(H)ampelmännchen-Antrag der OV Stadtmitte für den UBP – alles möglich bei der SPD“

  1. Tja Herr Schulze, der SPD Ortsverein DU-Stadtmitte scheint wirklich ein quirliger und hyperaktiver Haufen zu sein…hüstel….
    Sie sehen allerdings auf der aktuellen Homepage nur die Aktivitäten und Grußworte von 2014 bis 2017.
    Es gab nämlich auch eine Vorgängerseite, meines Wissens http://www.spd-du-stadtmitte.de/ ,
    das war auch ein Quell sprudelnder Aktivitäten. Über Wayback Machine leider nur noch fragmentarisch abrufbar.
    An zwei Sachen erinnere ich mich allerdings noch sehr genau:

    1) In einem sehr ausführlichen „Leserbrief“ oder „Kommentar“ (etwa um 2011/2012/2013 herum) wurde die Arbeit von Karin Diel (BV Mitte) über den grünen Klee gelobt. Die überschwängliche Bewunderung kannte keine Grenzen !
    Der Verfasser war allerdings Stefan Dellwo von Cassenberg, seit 2014 SPD-Ratsherr.
    Peinlichkeit kennt allerdings auch keine Grenzen.

    2) Damals bestand auf dieser Homepage noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen bzw. Kommentare zu schreiben.
    Das habe ich irgendwann in 2011 auch getan, und zwar zum Thema Loveparade – ob es im Ortsverein Stadtmitte keine Bedenken gegen die Durchführung in dieser Form gegeben hatte etc. pp-. Der Beitrag war unter meinem Klarnamen verfasst, verbunden mit meiner Wohnadresse in Stadtmitte.
    „Der Beitrag wartet auf Freigabe—-Der Beitrag wartet auf Freigabe—Der Beitrag wartet auf Freigabe“…..und dann war er weg !!! Unangenehmes wird halt gerne weggedrückt.

    Ich meine mich zu erinnern zu können: der Webmaster war Stefan Dellwo von Cassenberg

    Aber sie machen jetzt – 2019 – das mit den Ampelmännchen in diversen Ausprägungen. Fassungslosigkeit macht sich bei mir breit, absolute Fassungslosigkeit. Sollte das Thema tatsächlich in einer Sitzung der BV-Mitte aufschlagen, werde ich auch mal wieder im Saal Wuhan aufschlagen.
    Das kann ich mir nicht entgehen lassen.

    1. Tja Herr Nohl, wie sagte letztens Herr Nuhr in einem lockeren Gespräch mit Herrn Di Lorenzo (Zeit) sinngemäß:

      „Ich versuche immer besonders lustig/witzig zu sein, doch die Realität schlägt mich manchmal um Längen.“

      Und wie sagte Richard David Precht so passend sinngemäß: „Angesichts der Probleme die wir haben kommen mir manche Leute so vor wie Bedienstete auf der Titanic die beim Untergang noch das Deck schrubben und die Deko erneuern.“