Erklärung des OB zum LoPa-Prozess: Jämmerlich.

„Ich bin kein Jurist, deswegen kann und will ich nicht fachlich werten. Ich bin mir aber sicher, dass das Gericht hart gerungen hat, bevor es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Die bisherigen Prozesstage haben gezeigt, wie schwierig die Suche nach ursächlicher, individueller Schuld ist – und um diese geht es im Strafrecht.

Ich verstehe allerdings auch, wenn die Angehörigen der Opfer und die Menschen, die auf der Loveparade verletzt und traumatisiert wurden, enttäuscht sind. Viele haben auf ein eindeutiges Ergebnis gehofft haben, wünschten sich verständlicherweise klare Antworten auf die Frage nach dem „warum“. Ich wünsche mir dennoch für alle Beteiligten, dass sie nun nach so vielen Jahren einen Abschluss mit den unfassbaren Geschehnissen finden können.“ Soweit die Worte des OB vom heutigen Tag: https://www.duisburg.de/guiapplications/newsdesk/publications/Stadt_Duisburg/102010100000078134.php

Ich empfehle mal dieses Video aus 2012 anzuschauen. Es ist vom 2. Jahrestag des Unglücks. Und zwar ab Minute 4.50. Da geht es um ein Versprechen was der OB gegeben hat.

Heute zu erklären, wie die Justiz funktioniert und dass er selbst keine juristische Ahnung hat, das kann er sich sonstwohin schieben. Das wissen wir auch ohne diese schwülwarmen Worte.

Und den frommen Wunsch zum Schluß kann er sich auch … .  Hier wird deutlich was er sich für sein Amt persönlich wünscht: Ruhe. Das hat aber mit den Opfern und Angehörigen überhaupt nichts zu tun. Es soll der in diesem Falle dreckige Mantel der Geschichte über die Sache gelegt werden, in der Hoffung dass wir und die Leute das Ganze einfach vergessen.

Alle die damals Schuld auf sich geladen haben, weggesehen haben, nicht eingegriffen haben usw.,  inkl. derer die es danach beim notwendigen Aufräumen bei schwülwarmen Worten beliessen, werden uns alle weiter an das Ganze erinnern. Es wird wie Mehltau über der Stadt liegen. Die Wunden heilen so nicht, sie faulen nur weiter.

Eine Antwort auf „Erklärung des OB zum LoPa-Prozess: Jämmerlich.“

  1. Ich habe heute Nacht schon folgenden Kommentar im Lokalkompass hinterlassen:

    Ich bin fassungslos !!! Ich bin wütend !!! Ich bin so fassungslos und wütend wie am Abend des 24.07.2010, als diverse Krankenwagen mit Martinshorn durch unsere Nebenstraße Richtung Steinbart-Gymnasium fuhren, und gleichzeitig permanenter Hubschrauberlärm über den Häusern zu hören war.
    Meine schlimmsten Befürchtungen wurden an diesem Nachmittag sogar noch übertroffen, dabei hatte ich schon zwei Tage vorher eine drastische Mail an die Stadt Duisburg geschickt. Eine Brandmail, ein Menetekel !!

    Und jetzt ? Alles in Butter, alles im Lot und niemand ist schuld oder zumindest verantwortlich ? Ein Bekannter von mir -der hier früher auch kommentiert und eigene Beiträge verfasst hat- unkte schon 2011, dass das LoPa-Verfahren so ausgehen würde wie in Kaprun / Österreich (Seilbahnunglück). Er hat recht behalten !!
    Duisburg wird jetzt in einer Reihe genannt werden mit Eschede (IC-Unglück), Düsseldorf-Lohausen (Flughafenbrand) oder Köln (Einsturz des Stadtarchivs).
    Glückwunsch dazu an alle Beteiligten, die die kollektive und multikausale Verantwortungslosigkeit gepflegt und verteidigt haben !
    Und sei es durch staatsanwaltliche Ermittlungen gegen friedliche Anti-Adolf-Sauerland-Demonstranten im Herbst 2010 mit hanebüchenen Beschuldigungen:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/loveparade-zu-sauer-auf-sauerland/3892994.html

    So geht Rechtsstaat heute !