Die ehemaligen beiden Volksparteien zerbröseln! Die Grünen als „neue Volkspartei“?

Gastbeitrag von Lothar Reinhard, MBI, Mülheim-Ruhr

 

Die ehemaligen beiden Volksparteien zerbröseln und so, wie die Funktionäre sich benehmen, werden sie den Zerfall nicht aufhalten können.

Die Mehrzahl der Medien inkl. Internetportale versucht aufdringlich, die Grünen als „neue Volkspartei“ hochzujubeln, um einen grünen Kanzler vorzubereiten.

Doch was wäre davon wirklich zu erwarten? Die von Merkel verursachte tiefe Spaltung der Gesellschaft würde noch einen Zahn zulegen, nicht nur in D`land, sondern noch viel mehr in der EU. Anscheinend wollen gewisse Kreise und Profiteure genau das. Zur Zeit aber scheinen viele von einer Art Lemminge-Syndrom befallen zu sein, anstatt s.u.

Ohne eine schonungslose Analyse der Realitäten findet man generell keine realistischen Wege und Antworten. Diese Binsenweisheit scheint in der deutschen Politik, Medien- und Kulturlandschaft aus der Mode zu sein. Stattdessen beherrscht politische Romantik die Politik und weite Teile der veröffentlichten Meinung.

Auch die Sozialdemokratie ist dazu heute nicht mehr in der Lage. Sie könnte und müsste die momentane  Leerstelle des Fortschritts (Globalisierung, Digitalisierung, Migration) besetzen. Aber sie tut es nicht. Deswegen bleibt diese Leerstelle des Fortschritts gänzlich unbesetzt. Denn auch die grünen Parteien können es nicht. Selbst unter der Realo-Führung von Robert Habeck und Annalena Baerbock wird es ihnen kaum gelingen, von einer wesentlich diskurspolitischen Formation zu einer reformorientierten Kraft zu wechseln. Es braucht für diese Einsicht nur eine kurze Erinnerung daran, wer unter der rot-grünen Regierung Schröder/Fischer eigentlich den Atom-Ausstieg organisiert hat: Es waren nicht die Grünen.

Die Grünen sind momentan höchstens gute PR-Manager der Politik. Dabei werden sie auch weitestgehend überaus wohlwollend von zumeist linksliberalen Medien begleitet. Aber sobald es zu Reformen kommen muss, und diese stehen vor der Tür, werden die Grünen als politische Kraft ihre organisatorische Amateurhaftigkeit an den Tag legen, da sie ihrer eigenen Infantilität zum Opfer fallen müssen.
Die chaotische letzte rot-grüne NRW-Regierung und ihr jämmerliches Ende sind schließlich erst kurze Zeit her.

2 Antworten auf „Die ehemaligen beiden Volksparteien zerbröseln! Die Grünen als „neue Volkspartei“?“

  1. Binnenhafen Duisport: Ohne Kohle geht’s auch

    So geht Strukturwandel: In Duisburg wurde früher Stahl produziert, heute werden im Hafen Waren gelagert und umgeschlagen. Der Duisport ist inzwischen der größte Binnenhafen Europas.

    DIE ZEIT – Wirtschaft von Andreas Molitor – № 23, 29. Mai 2019 – Seite 24

    Zitatanfang: „Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsförderung aus dem vorigem Jahr können 86 Prozent der Tätigkeit von Lager- und Transportarbeitern durch Maschinen ersetzt werden. Duisburg hat den ersten Strukturwandel noch nicht richtig verdaut, da bricht mit Wucht schon der zweite über die Stadt Duisburg und Region herein“ Zitatende
    https://www.zeit.de/2019/23/duisburg-ruhrgebiet-strukturwandel-handelskrieg-duisport-binnenhafen

    * * * * *

    vgl. das Projekt »Duisburg 2027« aus dem Jahr 2008:

    DS 08-1670 – Ziele der Stadt Duisburg / Duisburg-Heute und Morgen
    https://sessionnet.krz.de/duisburg/bi/getfile.asp?id=1422423&type=do

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    Lothar Reinhard, MBI, Mülheim-Ruhr stimme ich zu, dass bei SPD und GRÜNEN die Leerstellen des Fortschritts (Globalisierung, Digitalisierung, Migration) unbesetzt sind. Das hat auch die CDU Duisburg nicht drauf; erst recht keinen immateriellen Fortschritt wie Mehr Demokratie durch ein modernes Kommunalwahlrecht NRW sowie verbesserte Strukturen der Bürgerbeteiligung.

    Hier muss das kulturelle Stichwort »Der nächste Schritt auf eine höhere Ebene der Kooperation« bedient werden (Martin Nowak). Die marode Industriekultur des Dezernat III oder das Flehen nach einem besseren Image für Duisburg durch den Unternehmerverband und die IHK Niederrhein sind so tot wie ein kalter Hochofen.

    Und Martin Kessler, Rheinische Post Düsseldorf sollte das Kaffeesatz-Lesen unterlassen: „Es ist kurzfristig die letzte Chance für die SPD, deren mögliches Verschwinden ein Schlag für die politische Stabilität in Deutschland wäre.“
    https://rp-online.de/politik/deutschland/spd-parteivorsitz-trio-soll-partei-kommissarisch-fuehren_aid-39201557

    Statt einer blindschleichenden RP-Pogorisierung „Das interessiert doch keinen mehr!“ müssen neue Ziele angestimmt werden und Lösungen gemeinsam gefunden werden.

    Duisburg will den Proporter (alternative Form von porporter) mit neuen medialen Konzepten.
    Herr Reporter Martin Kessler, los! Geh doch weiter mit der SPD, CDU und Grünen/Bündnis 90 spielen!

    1. Den ersten Teil zu DUISPORT kann ich nur nochmals FETT unterstreichen, die Warnungen vor Arbeitsplatzverlusten hatte ich selbst schon sehr oft auf DUISTOP thematisiert.

      Danke für den guten Hinweis.