Im letzten Jahr musste der Duisburger Feuerwehrchef Oliver Tittman ganz kurzfristig seinen Platz räumen. Jetzt gibt es seinen Nachfolger.
Philipp Bergmann wird neuer Feuerwehrchef in Duisburg wie die Stadt in dieser Woche mitteilte. Er ist aktuell noch bei der Essener Feuerwehr beschäftigt und dort für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz verantwortlich, sein Wohnort ist allerdings Duisburg.
Der 35-Jährige hatte sich angeblich vor einer speziellen Auswahlkommission gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Ob auch eine Frau darunter war konnte ich bisher nicht herausfinden. Er hat Informatik studiert und stammt aus Rheinberg. Der Duisburger Rat sowie die städtische Personalvertretung müssen der Personalie noch zustimmen.
Vorgänger Tittmann hatte sich während der Corona-Pandemie einen Namen gemacht und galt bis zu seiner Beurlaubung als gute Besetzung.
Dann musste er vor rund einem Jahr wegen mehrerer Untreuverdächtigungen und -vorwürfen seinen Posten räumen. Allerdings ist von den Anschuldigungen nicht mehr allzu viel übrig. Vor Gericht muss er sich nur noch wegen eines einzigen Verdachts und Vorwurfs verantworten.
So soll er einem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr einen Ausbildungsplatz bei einer Privatfirma besorgt haben – obwohl angeblich die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden waren.
Laut Staatsanwaltschaft hat die Ausbildungsfirma der Stadt für die Ausbildung mehr als 24.000 EURO berechnet.
Ich hatte über den Fall Tittman bereits mehrfach berichtet und mein Eindruck ist, dass er eher ein Opfer denn ein Täter ist. Womöglich wurde ihm zum Verhängnis nicht alle Absprachen und Vorgänge entsprechend schriftlich dingfest dokumentiert zu haben und die Sache mit der Ausbildung, die noch an ihm „klebt“, nicht ganz allein entschieden zu haben.
Ich hatte mehrfach versucht ihn in der Sache zu befragen, aber das ist mir bisher leider nicht gelungen, denn auf Anfragen hat er nicht reagiert. Nur einmal gab es zwischenzeitlich ein anonymes Schreiben, das ihn verteidigte und in Schutz nahm. Womöglich stammte es von Kollegen und Kolleginnen, zumindest wurde der Eindruck erweckt.
Und eine Stellungnahme von seinem OBersten Vorgesetzten Sören Link erhielt ich wie immer nicht.
Besonders auffällig war m.E. die Berichterstattung in den sonstigen Medien. Für meine Begriffe wesentlich zu einseitig – gegen Tittmann.
In Bezug auf die vermutliche Freistellung des Stabstellenleiters Wahlen im Frühjahr 2025, auch dazu gab es keine Stellungnahme des OB mir gegenüber, war man wesentlich zurückhaltender, so mein Eindruck.
In einem ebenfalls annonymen Brief an mich war diebzgl. auch von einem merkwürdigen Vorgang in Bezug auf eine Personalie die Rede. Zudem gab es einen Rassismus-Vorwurf.
Der Rassismus-Vorwurf wurde zwar von Ratsherr Oliver Beltermann (JUDU) aufgegriffen, aber nach meinem heutigen Kenntnisstand verlief alles irgendwie komplett im Sande.
Was ich besonders bedenklich finde ist der Umstand, dass derartige Vorgänge von Ratsmitgliedern nicht viel offensiver und vor allem öffentlich debattiert und thematisiert werden. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass vieles durchaus Wahlkampf-Material lieferte.
Es macht auf mich den Anschein von totaler Ignoranz und/oder totaler Ergebenheit gegenüber Link und dessen SPD.
Und selbst wenn man mir in diesen Fällen „Verschwörungsmythen“ unterstellen würde, in Bezug auf andere Themen die nachweislich real sind, wie z.B. die verschleppte Grundwasserverseuchung und deren Bekämpfung in Homberg oder auch die komplett unterentwickelte Vermarktung und Imagebildung der Stadt, läuft es ja genauso.
Führende VertreterInnen aus anderen Bereichen, wie z.B. aus der Wirtschaft, die all das auch mitkriegen dürften was in Duisburg schief, schräg und gar nicht läuft, verhalten sich erschreckenderweise ebenfalls komplett zurückhaltend bis ängstlich. Womöglich getreu dem Motto: Nur nicht auffallen, nur nicht einmischen.
Wenn die Kacke dann aber so richtig dampft und das tut sie schon, nur noch nicht so richtig krass, dann wird gejammert.
