Bitte Butter bei die Fische, Herr Dr. Greier!

Dr. Gunnar Greier ist seit wenigen Wochen der neue Chef der Duisburger Staatsanwaltschaft, einer der grössten im Land und auch für umliegende Städte und Kommunen zuständig bzw. verantwortlich.

Der WAZ hat er bereits ein Interview gegeben.

https://www.waz.de/lokales/duisburg/article412157606/befehlskette-endet-bei-mir-greier-ueber-sein-neues-amt.html

Schade, dass jemand wie er nicht von sich aus gleichzeitig den Kontakt zu allen Pressemedien sucht und damit das „lebt“ was er im WAZ-Beitrag preisgibt:

„offene und transparente Kommunikation“

Insgesamt habe ich zwei bemerkenswerte Textabschnitte gefunden:

Zitat 1: „Aber ab jetzt endet die Befehlskette bei mir, jetzt kommt keiner mehr hinter mir.“

Zitat2: „Mir liegt am Herzen, wie die Staatsanwaltschaft wahrgenommen wird. Hier wird eine offene, transparente Kommunikation gepflegt, mit Podcasts, öffentlichen Veranstaltungen. Das finde ich wichtig. Wir können uns nicht verstecken, wir sind aber auch gesetzlich gebunden an bestimmte Informationspflichten, ….“

Okay Herr Dr. Greier dann gehen wir mal sofort in medias res und bitte „Butter bei die Fische!“ Danke vorab.

Dies schrieb ich soeben an ihn:

Guten Morgen Herr Dr. Greier,

zuerst möchte ich Sie zur Berufung und zum Antritt Ihrer neuen Position in Duisburg beglückwünschen und ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Ansonsten würde ich gerne sofort in medias res gehen. Dazu verweise ich auf ein Interview mit der WAZ.

https://www.waz.de/lokales/duisburg/article412157606/befehlskette-endet-bei-mir-greier-ueber-sein-neues-amt.html

Und ganz besonders auf zwei Textabschnitte daraus:

1.) „Aber ab jetzt endet die Befehlskette bei mir, jetzt kommt keiner mehr hinter mir.“

2.) „Mir liegt am Herzen, wie die Staatsanwaltschaft wahrgenommen wird. Hier wird eine offene, transparente Kommunikation gepflegt, ….“

Das klingt vielversprechend und damit komme ich gleich zur Sache.

In den letzten Wochen habe ich mich viel und oft im Rahmen von Recherchen mit der Staatsanwaltschaft beschäftigt. Und dabei sind mir einige Dinge leider eher negativ aufgefallen.

Zum einen eine weitverbreitete Ansicht die besagt, dass die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden ist, was aber immer mit einem sehr guten Draht ins Duisburger Rathaus (in die Stadtverwaltung bis hin zur Spitze) gleichgesetzt wird. U.a. wird behauptet, es gäbe gewisse Bekanntschaften bis hin zu Seilschaften die eine wirklich unabhängige Staatsanwaltschaft teils stark verunmöglichen würden.

Vielleicht können Sie dazu sofort etwas grundsätzlich klarstellen.

Zum anderen habe ich just die aktuelle Erfahrung gemacht, dass wenn ich ein konkretes Anliegen in Bezug auf eine bestimmte Mitarbeitende habe, hier aktuell z.B. Frau Oberstaatsanwältin Devrim Ermis, eine Kontaktaufnahme über die Pressestelle unmöglich ist, mir aber auch alternativ keine Möglichkeiten eröffnet werden. Ausser der Empfehlung einen Anwalt zu konsultieren.

Und bis hin zu Weigerung mir ein lesbares Organigramm zukommen zu lassen.

Das unlesbare Organigramm auf das man mich verwies wurde nun sogar von der Webseite entfernt.

Ich füge es als Anlage bei, da ich rechtzeitig einen Screenshot gemacht habe.

Die Chance mich an Frau Ermis zu wenden oder an ihre/n Dienstvorgesetzte/n u.a. um eine Dienstaufsichts- oder Fachaufsichtsbeschwerde einzureichen ist damit erschwert.

Erklären Sie mir deshalb doch bitte was dies mit Transparenz zu tun hat!? Ausserdem sollte doch gerade eine Staatsanwaltschaft bei Pressefragen ein gesundes Maß an Höflichkeit sowie Professionalität an den Tag legen sich u.a. an geltende Gesetze wie das Pressegesetz NRW zu halten.

Bitte erläutern Sie mir auch Ihren Teilsatz „… jetzt kommt keiner mehr hinter mir.“.

Ich denke allerdings, dass da noch jemand ist, das ergibt sich ja schon aus der Weisungsgebundenheit und daraus, dass sie ja berufen wurden und sich nicht selbst zum Leiter der Behörde gemacht haben. Insofern ist also auch eine Abberufung möglich.

Und um diese erste Kontaktaufnahme abzuschliessen möchte ich Sie bitten sich mit dem vielfach geäusserten Verdacht (der Ursprungsverdacht kommt von zwei Polizeibeamten im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs!!!) einer möglichen Erpressung des Duisburger OB zu beschäftigen. Diesbzgl. können Sie gerne Frau Ermis befragen oder auch mich oder auch Personen die ich Ihnen gerne benennen kann.

Ihre Aussagen in der WAZ klingen für mich so ernsthaft, dass ich vermute, Sie nehmen auch dieses Anliegen ernst und tun dies nicht ab wie anscheinend seit Jahren ihre KollegenInnen – zumindest einige davon – denen Sie nun vorgesetzt sind.

Ich hatte in der Sache übrigens bereits eine Einstellungsbeschwerde eingereicht, der anscheinend auch stattgegeben wurde, so dass der OB zu seiner Erpressung befragt wurde. Da er diese verneinte, was wenig verwunderlich ist (würde man dann doch sofort weiter ermitteln), wurde aber alles sofort wieder „abgeblasen“. Mir ist dies ehrlich gesagt zu zaghaft – um nicht zu behaupten zu auffällig zaghaft.

Ich hoffe von Ihnen kurzfristig eine umfassend erklärende Reaktion zu erhalten, ganz im Sinne Ihrer vielversprechenden Äusserungen in der WAZ, und verbleibe bis dahin

mit freundlichem Gruss

Michael Schulze

Herausgeber

DUISTOP

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Duisburger Stadtmagazin seit 2018