DAS Super-Dezernat – super bekloppt! Zukunftsprojektion? Ich schrei mich weg!

Die Stadtverwaltung wird neu geordnet, ausser das Dezernat von OB Link, darüber berichtete ich bereits vor wenigen Tagen. Nun wurde bekannt, dass in Duisburg sogar ein Super-Dezernat entstehen soll. Und Super-Man wird Michael Rüscher, ehemals von der IHK ins Rathaus gewechselt.

Stadtbaurat Martin Linne scheidet demnächst altersbedingt aus und Rüscher soll übernehmen. Er behält ausserdem die bisherigen Zuständigkeiten für Wirtschaft und Baurecht/Umweltschutz. So wird er also dann noch zuständig sein für Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr, Umwelt. Außerdem sollen im neuen Super-Dezernat die Stabstellen für Verwaltung, Finanzen/Controlling und Europa- und Fördermittel-Angelegenheiten sowie Stadt- und Infrastruktur-Entwicklung angesiedelt werden.

Fehlt nur noch, dass Rüscher eine Fußpflegekette betreibt, Döner herstellt sowie Pflegedienste, Rasenschnitte und Scherenschnitte anbietet. Zu Weihnachten tritt er als Christkind-Double auf und produziert in Heimarbeit Glühwein. Unter der Rufnummer 0800-SORGENFREI kann man ihn auch noch 24/7 wegen aller erdenklichen Probleme in Sachen eingewachsene Zehnägel, Windelwechseln und Liebeskummer anrufen. Hab‘ ich was vergessen?

Problem, der Mann ist z.B. kein ausgebildeter Fußpfleger und auch kein ausgewiesener Bau- und Planungsfachmann. Rüscher hat Wirtschafts- und Stadtgeografie studiert. Zudem ist er Co-Geschäftsführer der DBI und leitet die Projektgesellschaft zur Entwicklung des Technologie-Quartiers Wedau. So, jetzt hab ich’s aber.

Natürlich wohnt er im Rathaus und Wochenenden sowie Feiertage sind ihm ein Graus. Er kommt mit einer Stunde Schlaf am Tag aus.

Spätestens jetzt dürfte klar sein wie bekloppt ich das finde, aber für Duisburger Verhältnisse eigentlich überhaupt nicht verwunderlich.

Bekloppt deshalb, weil niemand auf der Welt in der Lage ist einen Job wirklich gut zu machen, wenn er gleichzeitig zig davon hat. Merken werden wir das nicht, weil bisher auch schon alles super scheisse lief und läuft.  Es ändert sich also rein gar nichts. Ausser, dass es quasi nur noch einen einzigen gibt dem wir alles in die Schuhe schieben können. Sie denken an Rüscher, ich denke an Link.

Und ich schätze mal der Nachwuchs für solche Super-Ämter steht auch schon bereit, wird er doch anscheinend in der Ausbildung mit keinem Wort darüber informiert was in der wahren Welt wirklich abgeht.

Nachzulesen in diesem Nachschaubericht über das 2. Bürgermeister-Symposium in der örtlichen HSPV:

https://www.hspv.nrw.de/nachrichten/artikel/zweites-buergermeistersymposium-2026

Allein die Tatsache, dass darin Sätze zu finden sind wie (Zitat) …

„Die Impulsvorträge verdeutlichten die zentralen Handlungsfelder moderner kommunaler Führung und zeigten die Notwendigkeit einer präzisen Balance zwischen Recht, Innovation und Praxis.“

… oder (Zitat) …

„Ein Highlight bildete die Frage an Sören Link zu einer Zukunftsprojektion der Stadt Duisburg im Jahr 2035.“

… macht schon deutlich was da in Bälde auf uns zukommt. Eine frische Riege vollkommener Ahnungsloser, nicht in dem Sinne, dass sie keine theoretischen Skills mitbringen, sie schlafen womöglich in Bettwäsche bedruckt mit allerlei Verordnungen, sondern der absolute Mangel an Vorstellungskraft praktischer Probleme. Mit diesen werden sie wohl bis zur Abschlussprüfung überhaupt nicht konfrontiert.

Und wenn schon eine Frage an Sören Link ein Highlight darstellt, dann „Gute Nacht!“.

Apropos Zukunftsprojektion? Ich schrei mich weg. Ging’s dabei um die 200.000 Jobs?

Den Studierenden der HSPV empfehle ich u.a. diesen wunderschönen Beitrag in der BILD (s.u. Link). Darin geht es zwar weniger direkt um das Thema Verwaltung, aber um die SPD und das ist in Duisburg immer noch ganz entscheidend, wenn man weiss wer hier das Sagen hat.

https://www.bild.de/politik/inland/spd-zerlegt-sich-mahmut-oezdemir-will-sonderparteitag-und-rechnet-mit-funktionaeren-ab-69c375f0af187d606b8120b0