Staake in Rage wegen möglichem Speditionssterben – Schuld haben natürlich andere

Die Verkehrsrundschau hat sich bei der jährlichen Bilanzkonferenz von DUISPORT zu Wort gemeldet und kritisch nachgefragt. Da grätschte der harmoniebedürftige DUISPORT-Chef Erich Staake mal dazwischen. Dabei ging es jedoch nicht um die jährlichen Unternehmenszahlen, sondern um zwei grundsätzliche Probleme der Branche:

Zum einen das Problem der illegalen Transporte und zum anderen das Problem der mangelnden Versorgung der LKW-Fahrer, vor allem übers Wochenende – die Auswirkungen sind u.a. in Friemersheim wohlbekannt und schon oft kritisiert worden.

https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/eindringliche-warnung-an-die-verlader-2594905.html

Staake reagierte laut Verkehrsrundschu mit der Androhung eines Speditionssterbens wenn die Auftraggeber weiterhin die Situation am Markt dermassen ausnutzen würden um fortdauernd die Frachtkosten zu drücken.

Die Preisdrückerei inkl. dem Ausweichen auf Illegale führe schließlich auch zu den unhaltbaren Zuständen für die LKW-Fahrer in Duisburg. DUISPORT selbst steuere angeblich schon gegen.

Aber prinzipiell sei die Politik gefragt hier für Abhilfe zu sorgen, damit im Speditionsgewerbe wieder so viel Geld verdient wird, um sich auch um die in der Corona-Krise zu „Helfer-Helden“ mutierten LKW-Fahrer kümmern zu können – z.B. in Form von Sanitäreinrichtungen, Stell- und Schlafplätzen usw. Das kostet schließlich alles. Und müsste eingepreist werden.

Tja, da sag ich mal: Geister die Du riefst wirst Du schwerlich wieder los.

In einen gesundem System, also auch in der Logistik, käme es zu diesen Auswüchsen gar nicht. Aber wenn Subventionen, mangelnde Aufsicht, Planung und Kontrolle, Billiglöhne usw. an der Tagesordnung sind, dann kommt es eben zwangsläufig irgendwann zu Verwerfungen.

Staake hat dieses „schlechte“ System in der Logistik doch selbst mit-manifestiert. Erst 2019 ist er in die Logistics Hall Of Fame aufgenommen worden.

https://logistik-heute.de/news/logistics-hall-fame-duisport-chef-erich-staake-offiziell-aufgenommen-27274.html

Eine gute Gelegenheit die Zustände in der Logistik, die er nun ein paar Monate später so vehement kristisiert, mal lautstark öffentlich anzuprangern und ev. den Preis abzulehnen um ein Zeichen zu setzen. Pustekuchen.

So schlecht scheint es also noch im Dezember 2019 um die Branche nicht gestanden zu haben.

Er hat ja auch ständig Politik-Vertreter im Haus, z.B. auch Herrn Pinkwart anläßlich der Eröffnung der Startup-Tochter von DUISPORT. Und fielen zu diesen Anlässen mal deutliche Worte von ihm? Nö.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/hafen-tochter-startport-in-duisburg-erhaelt-german-brand-award_aid-39518355

Und dann die ständigen Wiederholungen der tollen Erfolge von DUISPORT. All die Arbeitsplätze die daran hängen usw.

Mir scheint es eher so als gäbe es nun die Götterdämmerung und die Logistik erlebt eine totale Bereinigung, wobei die Digitalisierung ja die Preisdrückerei noch zusätzlich befeuern wird, wenn sie erst voll durchschlägt.

Das hatte ich alles schon mehrmals hier aufgearbeitet.  Nun dürfte Corona auch bei Staake als Aufhänger für grosses Leid dienen. Ich war fast soweit mitzuheulen.

Was die Preisdrücker angeht, so werden die sehr schnell erkennen was sie anrichten, wenn die Billigheimer die sich drücken liessen bzw. lassen mussten vom Markt verschwunden sind. Dann bleiben ja immer noch Überlebende die dann wiederum ihrerseits am Drücker sind und den Spiess umdrehen.

Das wird allerdings an der Ausbeutung der LKW-Fahrer eher nichts ändern. Dafür haben dann wir als Steuerzahlende zwischenzeitlich für Abhilfe bei ihrer Versorgung gesorgt und alles auch bezahlt.

 

 

Eine Antwort auf „Staake in Rage wegen möglichem Speditionssterben – Schuld haben natürlich andere“

  1. Drücker-Staake ist eine Figur des Stadtteilsterbens von Rheinhausen und Friemersheim durch Logport Duisburg. Duisport Duisburger Hafen AG ist ein Blutsauger in der Tradition der Ausbeutung durch das Bergrecht in Duisburg/Ruhrgebiet. So machen das Heimatschänder schon immer!